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Corona-Krise in Dormagen: NGK stellt eigenes Desinfektionsmittel her

Schulen in Dormagen : NGK macht selbst sein Desinfektionsmittel

Ab Donnerstag kommen die Schüler zurück.

. Damit ab Donnerstag Abiturienten und andere Schüler von Abschlussklassen in Dormagen wieder zur Schule gehen können, haben die Schulen Pläne entwickelt, um den Anforderungen an Hygiene und Abstand zu entsprechen.

Der „Hygieneplan“ für das Norbert-Gymnasium Knechtsteden steht bereits vor Ende der Osterferien, wie Schulleiter Johannes Gillrath erklärt: „Wir haben am Donnerstagmorgen festgelegt, wie das aussehen kann.“ So wurde die leerstehenden Schule komplett gereinigt. „Wir haben 2000 Masken für die Schüler gekauft und Sprühflaschen für jeden Raum angeschafft, zudem haben unsere Chemiker 80 Liter Desinfektionsmittel selbst hergestellt“, so Gillrath. Auch das Kontaktverbot soll eingehalten werden: „Wir wollen die Abiturienten in verschiedenen Bereichen des Gebäudes möglichst in einer Schicht unterrichten und sie dann wieder nach Hause bringen.“ So könnten 15 Q2-Schüler in großen Räumen wie Aula und Aufenthaltsraum mit viel Abstand untergebracht werden. „Wenn nötig, werden wir die Kurse auch aufsplitten, das hängt von den Maßgaben des Landes ab“, meint Gillrath.

Ihm wäre lieber gewesen, die Schüler wären bis zu den Prüfungen zu Hause beschult worden: „Das funktioniert doch über digitale Medien und Videokonferenzen wunderbar, sie hätten das Zurückkommen gar nicht mehr nötig“, sagt er undweist auf die Gefahr der Ansteckung hin: „Was ist, wenn ein Abiturient jetzt krank wird? Dann kann die Hälfte der Q2 kein Abi machen.“

Gut aufgestellt ist auch das Lehrerkollegium um Direktor Theodor Lindner am Bettina-von-Arnim-Gymnasium. Für den Abiturjahrgang Q2 wurde ein Sonderunterrichtsplan erstellt. „Mit Schwerpunkten, damit wir unsere Schüler möglichst passgenau auf die Prüfungen vorbereiten können“, so Lindner. Schließlich seien denen wegen der Corona-Krise bereits drei Wochen Abi-Vorbereitungsunterricht vor den Osterferien entgangen. Die Jugendlichen werden laut Lindner so übers Schulgebäude verteilt, dass maximal zehn bis zwölf von ihnen in einem Raum lernen. Auch die Lehrer werden zeitlich und räumlich so weit wie möglich voneinander getrennt.

Gleich 145 Schüler der Jahrgangsstufe 10, die ihren mittleren Schulabschluss machen wollen, erwartet Alois Moritz, Rektor der Realschule in Hackenbroich am kommenden Donnerstag. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt er. Moritz und seine Kollegen haben sich darauf eingestellt, dass für jede der fünf Klassen zwei bis drei Räume zur Verfügung stehen. Weil die Schulen die Prüfungen selbst erstellen sollen, ergibt sich auch in dieser Hinsicht eine ungewohnte Situation. Und: Das Schuljahr wird ohne „Sitzenbleiben“ und ohne Blaue Briefe zu Ende gehen.

Am benachbarten Leibniz-Gymnasium wartet auf die Abiturienten ein eher „projektorientierter und räumlich flexibler Unterricht“, sagt Lehrerin und Pressesprecherin Britta Flamm. Die Lager für Seife und Papiertücher sind voll. Beim Desinfektionsmittel wird der Bestand knapper. Unterstützung könnte es womöglich aus umliegenden Unternehmen ­geben. cw-, schum, ssc