Der HTC SW Neuss hat keine Angst vor dem Aufstieg in die 1. Liga

Hockey : Neusser Aufstiegskampf geht weiter

Hockey-Zweitligist startet am Samstag gegen Gladbach in die Rückrunde.

Für halbgare Aussagen im Wischiwaschi-Stil ist Matthias Gräber nicht zu haben. „Den Aufstieg“, stellt der Spielertrainer des Hockey-Zweitligisten HTC SW Neuss deshalb klar, „würden wir schon mitnehmen“. Und warum auch nicht? Wer zur Saison-Halbzeit als Tabellenzweiter nur einen Punkt hinter der Spitze liegt, der ist zum Flirt mit dem Oberhaus quasi verpflichtet. Ein Ausblick auf die Rückrunde.

Frühstart mit Hindernissen

Die Schwarz-Weißen gönnten sich nach dem eher unnötigen Abstieg aus der Hallen-Bundesliga nur eine knapp 14-tägige Auszeit. „Wir haben zunächst mal fast sechs Wochen nur Athletik gemacht“, sagt der Coach. Das hatte zwei Vorteile: Zum einen ist das Team nun konditionell auf der Höhe. Und zum anderen kaschierten die Einheiten in der Fitnessbude und im Wald die mangelhafte personelle Ausstattung. Weil er seine Jungs nämlich nie alle gleichzeitig an Bord hatte, verzichtete Gräber lieber auf eine intensive Testspiel-Rallye und forderte stattdessen jeden Spieler individuell.

Akteure aus Polen

Patryk Pawlak hat nach der Hallensaison in seiner Heimat ein Studium aufgenommen und steht damit ebenso nicht mehr zur Verfügung wie sein in der Hinrunde im Tor eingesetzter Landsmann Dawid Wrobel. Dafür kehrt Tomasz Górny (Schulter-OP) nun auch auf dem Feld in den aktiven Kader zurück. Jacek Kurowski verbrachte die vergangenen Wochen mit der polnischen Nationalmannschaft unter anderem in Malaysia. Probleme, den 20-Jährigen nun wieder zu integrieren, befürchtet Gräber nicht: „Das ist bei ihm sehr leicht.“

Die Neuen

Der im Herbst vom Düsseldorfer HC zum HTC zurückgekehrte Torwart Konstantin „Tatti“ Hayner und Felix Degen vom Kahlenberger HTC laufen wieder für Neuss auf – taten dies aber auch schon in der Halle.

Chance für den Nachwuch

Fünf A-Junioren erhalten eine Chance. Während sich Hagen Dirks hinter Hayner und dem 43-jährigen Marcin Pobuta in Ruhe entwickeln kann, sollen Carl König, Philipp van Opbergen, Florian Haeff und Lutz Kramer auf jeden Fall zum Einsatz kommen.

Bewährtes aus Pakistan

Stürmer Sibtain Raza steht bei der Mannschaft im Wort, deutlich mehr zu zeigen als in der Hinrunde. Obwohl er erst am Mittwoch in Düsseldorf gelandet ist, steht für seinen Trainer bereits jetzt fest: „Er ist definitiv fitter als in der Hinrunde.“ Zudem kann der HTC weiterhin auf die Dienste von Abbas Haider bauen.

Pechvogel

Raus ist dagegen erst mal Matthis Schäfer. Der 24-Jährige erlitt im Urlaub auf Bali beim Baden eine Schultereckgelenksprengung und fällt damit für Monate aus.

Der erste Gegner

Gleich zum Auftakt geht es am Samstag (16 Uhr) an heimischer Jahnstraße gegen den Gladbacher HTC. Nicht unbedingt der Lieblingsgegner von Sebastian Draguhn & Co. Das Hinspiel ging mit 3:5 verloren. Drei Tore standen damals auf dem Konto von Niklas Braun, der danach jedoch mit gebrochener Mittelhand lange ausfiel. Auch weil der Kapitän, der mit dem GHTC in der Halle den Aufstieg in Liga eins geschafft hat, am Samstag wieder dabei ist, geht Gräber mit einem mulmigen Gefühl ins Match, denn: „Gladbach spielt in Neuss um seine letzte Chance im Aufstiegskampf. Die müssen gewinnen.“