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Corona im Rhein-Kreis Neuss: IHK warnt vor schärferen Lockdown-Maßnahmen

Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss : IHK warnt vor weiteren Restriktionen für Unternehmen in der Pandemie

Der Geschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein sieht eine weitere Verschärfung der Maßnahmen für Unternehmen sehr kritisch. Sie bräuchten Perspektiven, keine weiteren Beschränkungen.

Bei den Bund-Länder-Gesprächen geht es am Dienstag um eine mögliche Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, warnt vor weiteren Restriktionen für Unternehmen. Vielmehr benötigten die geschlossenen Betriebe eine Perspektive.

Auch die Diskussion über eine Homeoffice-Pflicht bereitet dem IHK-Hauptgeschäftsführer Sorge. „Viele Unternehmen engagieren sich in diesem Bereich bereits enorm“, betont er. „Den neuerlichen Appell des Bundespräsidenten mit dem Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften, möglichst vielen Beschäftigten Homeoffice-Möglichkeiten zu gewähren, unterstützen wir ausdrücklich.“ Aus Sicht der IHK würde eine ausdrückliche Homeoffice-Pflicht jedoch eine bürokratische Belastung werden, die in Krisenzeiten für viele Betriebe kaum zu stemmen sei. Vor allem für kleinere Unternehmen sei die praktische Umsetzung etwa aus Gründen der IT-Sicherheit häufig schwierig. „Die Betriebe, in denen es bezüglich einer Homeoffice-Regelung noch Luft nach oben gibt, möchten wir allerdings motivieren, wo immer es möglich ist, mehr zu tun. Das wäre auch ein Zeichen der Solidarität für die Unternehmen, die jetzt vollständig geschlossen sind und erst wieder ihren Betrieb aufnehmen können, wenn die Infektionszahlen deutlich gesunken sind.“

Kritik an möglichen ÖPNV-Kapazitätsbeschränkungen

Kritisch sieht Steinmetz zudem die diskutierten Kapazitätsbeschränkungen im ÖPNV. „Die Mitarbeiter müssen weiterhin ihre Betriebe erreichen können“, betont er. Dies gelte insbesondere für die Beschäftigten in der Industrie, die immer noch die Basis der konjunkturellen Entwicklung sei. „Deswegen müssen auch die Lieferketten erhalten bleiben“, so Steinmetz.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer vermisst weiterhin einen Plan für die kommenden Wochen. „Einzelhändler, Gastronomen, Veranstaltungsunternehmer, Fitnessstudios, das Reisegewerbe, körpernahe Dienstleister und alle anderen betroffenen Branchen benötigen ein Signal von der Regierung, wie es weitergehen soll“, betont er. „Natürlich ist der Gesundheitsschutz wichtig, aber die Ankündigung, erst bei einem Sieben-Tages-Inzidenzwert von unter 50 pro 100 000 Einwohnern über Lockerungen nachzudenken, sorgt eher für Frust als für Durchhaltewillen.“ Laut einer IHK-Studie denken mittlerweile 20 Prozent der Kleingewerbetreibenden bereits an Aufgabe.

(NGZ)