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Berge von Zuckerrüben an den Feldrändern

Berge von Zuckerrüben an den Feldrändern

Landwirte rechnen mit sehr gutem Ergebnis. Kampagne wird bis zum 20. Januar dauern.

Rhein-Kreis Neuss. Berge von Zuckerrüben liegen zurzeit auf den Äckern, meist entlang der Feldwege. Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, weist darauf hin, dass bereits 30 Prozent der Rübenfelder abgeerntet sind.

Nach der Spitzenernte des vergangenen Jahres wird jetzt nach Angaben des Rheinischen Rübenbauern-Verbandes im Rhein-Kreis Neuss ein noch besseres Ergebnis mit einem Ertrag von 78 Tonnen pro Hektar bei einem Zuckergehalt von knapp 17 Prozent gerechnet. „Die Rübe konnte in diesem Jahr unter optimalen Witterungsbedingungen wachsen“, sagt Wappenschmidt.

Die Rüben werden vom Feldrand in eine der drei rheinischen Zuckerfabriken nach Appeldorn, Euskirchen oder Jülich transportiert. Ein Teil wird frisch vom Feld in die Fabriken geliefert, den größten Teil der Ernte roden die Landwirte aber auf Vorrat und lagern ihn am Feldrand.

Das hängt mit dem Ablauf der Rüberernte, der so genannten Kampagne, zusammen. „Damit die Schornsteine rund um die Uhr dampfen können, brauchen die Zuckerfabriken während der Ernte kontinuierlich Nachschub“, so Wolfgang Wappenschmidt. Um den Arbeitsablauf in der Fabrik zu rationalisieren, werden den Landwirten feste Liefertage vorgegeben. Da Zuckerrüben am besten bei trockenem Wetter sauber geerntet werden könnten, müssten die Landwirte schöne Tage im Herbst auch dann für die Ernte nutzen, wenn gerade keine Rübenanlieferung ansteht.

Die Kampagne wird diesmal besonders lange bis zum 20. Januar dauern. Ein wesentlicher Grund sei die deutliche Anbauausdehnung, so Wappenschmidt. Im Einzugsgebiet der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach waren das fast 8 Prozent. Allein zur Zuckerfabrik Jülich werden rheinische Rüben von bis zu 23 000 Hektar geliefert, davon ein beträchtlicher Teil aus dem Raum Rommerskirchen, Grevenbroich, Jüchen und dem Süden von Mönchengladbach.

Häufig werden die Rüben von großen Reinigungsladern, den Lademäusen, am Feldrand aufgenommen, über Förderbänder nochmals von der Erde befreit und auf Anhänger verladen. Der Maschinenring Neuss-Mönchengladbach-Gilbach rechnet für seine etwa 480 Mitglieder mit 81 800 Fahrten. Red