Prozess Rentner soll mit Leiche der Ehefrau gelebt haben

Krefeld · Einen Monat lang soll ein Rentner in Nettetal mit der Leiche seiner Frau im gemeinsamen Haus gelebt haben. Nun steht er wegen Totschlags vor Gericht.

Eine Justitia-Büste ist an der Fassade des Landgerichts in Krefeld zu sehen.

Eine Justitia-Büste ist an der Fassade des Landgerichts in Krefeld zu sehen.

Foto: Ina Fassbender/dpa

Weil er seine Ehefrau erwürgt und einen Monat mit ihrer Leiche im gemeinsamen Haus gelebt haben soll, muss sich seit Mittwoch ein Rentner wegen Totschlags am Landgericht in Krefeld verantworten. Zum Prozessauftakt nannte der Angeklagte, der auf einen Rollator gestützt erschien, nur seine Personalien und äußerte sich zu den Tatvorwürfen nicht.

Laut Anklage hatte er am 22. Oktober vergangenen Jahres seine bettlägerige Ehefrau getötet und dann einen Monat lang mit ihrer Leiche in dem Einfamilienhaus gelebt. Erst als er sich bei einem Sturz einen Hüftbruch zuzog und ins Krankenhaus kam, kam das mutmaßliche Verbrechen ans Licht.

Den Ärzten war aufgefallen, dass die pflegebedürftige 64-jährige Ehefrau des Verletzten allein zu Hause sein musste. Da zu befürchten war, dass sie dringend medizinische Hilfe benötigen könnte, informierte das Krankenhaus das Ordnungsamt und die Polizei Viersen, die gemeinsam das Wohnhaus des Ehepaares in Nettetal aufsuchten. So waren sie auf die Leiche gestoßen.

Der Verteidiger des 66-Jährigen kündigte für den nächsten Prozesstag eine Aussage seines Mandanten an. Der werde dabei auch Fragen des Gerichts beantworten. Bislang ist das Motiv für die Tat unklar. Für den Prozess sind bis zum 19. Juni noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

© dpa-infocom, dpa:240522-99-123841/3

(dpa)
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