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Reifenwechsel von O bis O - gilt das noch? Das sagt der ADAC

Herbst in NRW : Reifenwechsel von O bis O - gilt das noch? Das sagt der ADAC

Die Faustregel besagt: Von Oktober bis Ostern soll man mit Winterreifen fahren. Aber stimmt das eigentlich noch? Das sagt der ADAC Nordrhein dazu.

Wann müssen Winterreifen aufgezogen werden?

Einen allgemein vorgeschriebenen Zeitpunkt für den Reifenwechsel gibt es in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht. Der Gesetzgeber schreibt lediglich vor, dass die Ausrüstung „an die Wetterverhältnisse anzupassen“ ist. Winterreifenpflicht besteht demnach nur bei schlechten Straßenverhältnissen, etwa Schnee, Eis und Reifglätte. Die verbreitete Faustregel, wonach Sommerreifen „von Ostern bis Oktober“ ans Auto gehören, ist also nur ein Richtwert. Dennoch rät der Sprecher des ADAC Nordrhein Johannes Giewald dazu, die Reifen spätestens nach ersten Oktoberwoche zu wechseln: „Die Faustregel gilt immer noch. Das empfehlen auch unsere Techniker.“ Grund dafür sei auch, dass sich die Termine in den Werkstätten sonst zum November hin knubbeln.

Grundsätzlich sollten die Pneus eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben. Ansonsten weg damit.

Warum sind Winterreifen so wichtig?

Bei niedrigeren Temperaturen kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren. Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet sich bei sehr niedrigen Plusgraden, wodurch sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren kann. Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen.

Sie heißen daher Matsch-und-Schnee-Reifen (M+S-Reifen). Für alle Winterreifen, die ab Januar 2018 hergestellt wurden, ist zudem das „Alpine“-Symbol Pflicht, das aus einem dreigezackten Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke in der Mitte besteht. Dem ADAC zufolge erfüllen übergangsweise bis zum Herbst 2024 auch bereits hergestellte Reifen mit M+S-Kennzeichnung noch die Winterreifenpflicht - Verbraucher müssen diese Reifen vorerst nicht ersetzen, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind.

Mit welchen Geldbußen müssen Fahrer mit Sommerreifen rechnen?

Erwischt die Polizei einen Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen, sind 60 Euro fällig. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Mit 80 Euro und ebenfalls einem Punkt in der Verkehrssünderdatei müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und andere behindern - etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben. Bei einer Gefährdung von anderen steigt das Bußgeld auf 100 Euro, bei einem mit Sommerreifen auf winterlicher Straße verursachten Unfall auf 120 Euro. In jedem Fall gibt es auch hier einen Punkt in Flensburg.

Besteht im Winter mit Sommerreifen Versicherungsschutz?

In aller Regel ja - laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bleibt der Haftpflichtschutz für Autofahrer mit Sommerreifen in jedem Fall bestehen, wenn diese im Winter einen Unfall verursachen. Das heißt, die Versicherung zahlt dem Unfallopfer den Schaden. Anders sieht es jedoch unter Umständen beim Vollkaskoschutz aus, der den Schaden am eigenen Auto abdecken soll. Kann nachgewiesen werden, dass der Autofahrer fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs war, kann die Versicherung die Zahlung kürzen.

Wie ist das Preisleistungsverhältnis?

Im aktuellen Winterreifentest des ADAC schneiden von 16 getesteten Reifen für die meistverkaufte untere Mittelklasse vier mit der Note gut ab - zu Preisen zwischen 70 und 85 Euro. Elf erhielten die Note befriedigend. Bei Reifen etwa für SUVs bekamen von 18 Modellen drei zu etwas über 160 Euro die Bewertung gut, 13 sind befriedigend. Die beiden Testverlierer zeigen demnach gravierende Mängel auf Schnee und Nässe, etwa beim Bremsen oder beim Anfahren auf Schnee.

Wie werden Sommerreifen am besten gelagert?

Sommerreifen sollten im Winter trocken, dunkel und nicht zu warm gelagert werden. Optimal ist es, die Sommerreifen auf den Felgen auf einer Palette liegend übereinander zu stapeln und abzudecken. Auch lassen sich die Reifen am Felgenloch aufhängen, um Druckstellen zu vermeiden. Reifen ohne Felge stehen dagegen besser und sollten etwa alle vier Wochen etwas gedreht werden, um Dellen zu vermeiden. Autobesitzer sollten vor dem Abmontieren die Position am Auto mit Kreide auf den Reifen schreiben - das erleichtert die Montage im Frühjahr.

(red/AFP)