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Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Gleichstellungsparagraphen des Grundgesetzes: Projekt für Kinder zum Helene-Weber-Denkmal

Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Gleichstellungsparagraphen des Grundgesetzes : Projekt für Kinder zum Helene-Weber-Denkmal

Sie ist eine der bekannten Töchter der Stadt: Helene Weber, 1881 in Elberfeld geboren, war Politikerin des Zentrums und der CDU. Als eine der vier Mütter des Grundgesetzes hat sie den Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“  mit erkämpft, zusammen mit unter anderem Friederike Nadig aus Herford und Helene Wesel aus Dortmund.

Anlässlich 70 Jahren Grundgesetz hat Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, angeregt, Denkmäler für die drei bedeutenden NRW-Frauen zu errichten.

Im Rahmen dieser besonderen Ehrung setzen sich in zwei Projekten im Von der Heydt-Museum und der Alten Feuerwache Kinder künstlerisch mit dem Gleichstellungsparagraphen des Grundgesetzes auseinander. Zusammen mit dem Von der Heydt-Museum wurde von den Künstlerinnen Annika Heldmann, Andrea Raak und Christiane Thomas zu dem Thema „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ ein kreatives Ferienprogramm entwickelt. Relativ spontan konnte es nun umgesetzt werden. „Wir haben dazu die  OGS Mirker Bach angefragt. Sie befindet sich ja mitten im Quartier“, so Raak.

Im Atelier des  Museums liegen Bilder auf dem Tisch, hängen gemalte Porträts von Helene Weber an der Wand und kleben im Fenster. „Wir sind hier in einem Museum und arbeiten mit Farbe und Pinsel“, erklärt Thomas dazu. Im Vorfeld wurden sich Werke im Museum angeschaut, dem expressionistischen Ausdruck nachgespürt. Unter Anleitung wurde erarbeitet, wie man etwas sieht und das Gesehene künstlerisch umsetzen kann.

An drei Tagen ging es um
die Person Helene Weber

Einer der Teilnehmer ist Alex (8). „Mir gefällt, dass wir so unterschiedliche Sachen machen. Und den Besuch im Museum fand ich gut.“ Er zeigt auf ein großes Bild, welches vor ihm liegt. „Hier sollten wir beim Malen die Musik, die wir gehört haben, umsetzen. Spannend war auch, dass ich auf meiner Brust auf einem Papier ein Porträt nachmalen sollte, ohne zu sehen, was ich male.“

An drei Tagen beschäftigen sich die rund 14 Mädchen und Jungen mit der Person der Helene Weber und mit dem Gleichstellungsgedanken, begab sich unter anderem zum Helene-Weber-Platz. Gemeinsam wurde erforscht, welche politische Kreativität sie hatte und und wie dies in der Kunst Ausdruck finden kann. Sie befassten sich mit dem Gedanken der gleichen Rechte für alle inklusive Kinder und ihren eigenen Wunschrechten. Gestalterisch wurden persönliche Meinungen dazu umgesetzt.

Auch Maxi (9) ist dabei. Er hat das Museum bei der Aktion kennengelernt und hofft, mehr von der Ausstellung sehen zu können. Er malt privat gern und findet es spannend, was hier geboten wird.  „Von einem Foto habe ich das Bild abgemalt“, erklärt er und zeigt auf das Fenster. Etwa sechs Stunden sind die Kinder im Museum aktiv, dann geht es zurück in die Schule zur Ferienbetreuung.  „Nach den Ferien treffen wir uns mit den anderen  Teilnehmern, auch von der Alten Feuerwache und werden sehen, was diese an unterschiedlichen künstlerischen Ideen umgesetzt haben“ , so Raak.

Am 18. September wird der Helene-Weber-Platz feierlich eingeweiht. Dann werden auch die Werke der jungen Künstler zu sehen sein. Auf Acrylscheiben werden zwei oder drei, ihrer Bilder gedruckt. Welche, können sich die Kinder selber aussuchen. In der, auf dem Platz stehenden Linde, werden sie dann aufgehangen und präsentiert. „Wir haben uns mit den Plexiglasscheiben an der runden Form orientiert, denn die Teilnehmer der alten Feuerwache arbeiten mit Messingscheiben.“