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NRW: Politikerin bleibt klare Antwort schuldig

NRW : Politikerin bleibt klare Antwort schuldig

FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann lieferte sich im ZDF ein Rededuell mit Moderator Markus Lanz, fand aber nicht immer klare Antworten.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann durfte vor einem Millionenpublikum debattieren. Die Düsseldorfer FDP-Frontfrau und Bundestagsabgeordnete war Gast in der Talkshow von Markus Lanz im ZDF und stand dem Moderator mit ihren Einwürfen in nichts nach. Das heißt aber nicht, dass sie auf alles klar antwortete.

Lanz wollte von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Strack-Zimmermann wissen, wie eine künftige Regierungsarbeit ausfallen könnte. Strack-Zimmermann sprach der SPD die Chance auf eine Zusammenarbeit ab. Ihr Ressort sei die Verteidigungspolitik, und „allein in meinem Bereich wüsste ich überhaupt nicht, wie ich mit der Sozialdemokratie noch ins Gespräch kommen könnte“. Zwar beteuerte sie, ihre Partei habe „sehr große Lust zum Regieren“, sprach aber nicht von einer solchen Zukunft, sondern lamentierte über vergangene Koalitionsverhandlungen. Als Lanz mehrfach nachhakte, mit wem die FDP eine Koalition eingehen würde, sagte Strack-Zimmermann: „Sie unterbrechen wirklich immer. Machen Sie das zu Hause bei Ihrer Frau auch so?“ Für einen Moment wirkte der Moderator verdattert. „Wenn Sie abweichen und schwafeln, muss ich leider dazwischengehen.“ Aber dann ging es erst richtig los mit dem Durcheinanderreden.

Stein des Anstoßes war das vollmundige Versprechen der FDP, keine Steuern zu erhöhen. Strack-Zimmermann bekräftigte dies in der Sendung. „Steuererhöhungen sind unsinnig in einer Phase, wo wir das Land wieder auf die Beine stellen müssen“, sagte sie. Allerdings ließ sie auch auf Nachfragen offen, mit wem die Liberalen unter diesen Bedingungen regieren könnten. Abgesehen von der CDU, die noch kein Wahlprogramm vorgelegt hat, haben alle in Frage kommenden Parteien Steuererhöhungen vorgesehen. Nach einer Weile des Hin und Hers beschwerte sich wiederum Lanz, dass Strack-Zimmermann ihn unterbreche – und schoss die Frage zurück, ob sie das zu Hause auch mache. „Ja, mache ich“, sagte die Düsseldorferin, „aber ich bin trotzdem 40 Jahre glücklich verheiratet“.

Am Schluss brachte die Journalistin Anne Hähnig den Stand der Diskussion auf den Punkt: Sie sei gespannt, wie die FDP mit diesem „selbstgeschaffenen Steuerdilemma“ umgehen werde.