Gesellschaft NRW stimmt für gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten

Düsseldorf · Aktuell steht Frauen nach Fehlgeburten kein Mutterschutz zu. Auf Antrag von zwei Oppositionsparteien will das Land NRW nun auf Bundesebene eine Änderung anstoßen.

Ein Mutterpass mit einem pinkfarbenen Teddybären.

Ein Mutterpass mit einem pinkfarbenen Teddybären.

Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Das Land Nordrhein-Westfalen will Frauen nach einer Fehlgeburt besser unterstützen. Ein entsprechender Antrag der Fraktionen von SPD und FDP wurde am Donnerstag im NRW-Landtag einstimmig beschlossen. Ziel des Antrags ist es, den Mutterschutz auch bei Fehlgeburten zu ermöglichen und dabei zu staffeln, also bereits ab einem früheren Zeitpunkt der Schwangerschaft zu gewähren und im Zuge der Dauer anteilig zu verlängern.

„NRW will den gestaffelten Mutterschutz - das ist ein starkes Signal“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Lisa-Kristin Kapteinat, laut Mitteilung. Aktuell hätten Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, keinen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschutz. Theoretisch müssten sie direkt am nächsten Tag wieder arbeiten gehen oder sich wie auch immer um eine Krankschreibung kümmern.

„Fehl- und Totgeburten waren viel zu lange ein Tabuthema. Dieses gesellschaftliche Tabu bricht zum Glück langsam auf und auch die Politik muss sich dazu endlich verhalten“, so die SPD-Politikerin. Es sei nun Aufgabe der Landesregierung, im Bundesrat eine Initiative zum gestaffelten Mutterschutz für von Fehl- oder Totgeburten betroffene Frauen einzubringen.

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(dpa)