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NRW-Schulen in sozialen Brennpunkten sollen mehr Lehrer bekommen

Bildung : NRW-Schulen in sozialen Brennpunkten sollen mehr Lehrer bekommen

Schulen in sozialen Brennpunkten sollen in NRW künftig eine bessere Lehrerausstattung erhalten. Das soll mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit für die Schüler bringen.

Schulen in sozialen Brennpunkten sollen in Nordrhein-Westfalen künftig eine bessere Lehrerausstattung erhalten. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sprach am Dienstag in Düsseldorf bei der Vorstellung des Konzeptes „schulscharfer Sozialindex“ von einem großen Schritt zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit für die Schüler. Damit könne erstmals die soziale Zusammensetzung in einzelnen Schulen ermittelt werden, und darauf könne dann auch mit einer besseren Ausstattung der Schulen reagiert werden. Damit würden Stellen gerechter nach sozialen Aspekten verteilt. Das neue Modell werde für viele Schulen eine Verbesserung bringen.

In einem ersten Schritt würden im kommenden Schuljahr insgesamt rund 5200 Stellen nach diesen Regeln den Schulen mit besonderem Bedarf zugewiesen. Davon würden 3260 Stellen gegen Unterrichtsausfall, für Vertretungsaufgaben und für besondere Förderaufgaben eingesetzt. Darunter seien auch 360 Stellen, die Schulen in den Indexstufen 6 bis 9 zugewiesen werden. In Gesamtsumme seien auch rund 1500 sogenannte Integrationsstellen enthalten für Sprachbildung und Sprachförderung. Rund 450 Stellen sind für Sozialpädagogische Fachkräfte an den Grundschulen eingeplant, die zusätzlich geschaffen worden seien.

Im Detail erfolgt die Zuordnung der Schulen in die Indexstufen nach vier Indikatoren: Kinder- und Jugendarmut im Einzugsgebiet der Schule, Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Familiensprache, Anteil der Schüler mit Zuzug aus dem Ausland sowie Anteil der Schüler mit Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache. Die Schule werde dann über ein statistisches Verfahren einer Indexstufe von 1 bis 9 zugeordnet. Nach einer Ministeriumsübersicht befinden sich 3 Prozent aller Schulen in den Indexstufen 7 bis 9 mit dem höchsten Bedarf. Rund 75 Prozent aller Schulen könnten den Stufen 1 bis 3 mit einem im Vergleich geringeren Bedarf zugeordnet werden.

Gebauer betonte, dass sie für eine faktenbasierte Bildungspolitik stehe. „Ich meine, dass wir zulange hier bei uns die Augen vor Missständen verschlossen und tatsächliche, unausweichliche, sicherlich manchmal auch unangenehme Zahlen wie Gegner betrachtet haben.“ Der von der rot-grünen Vorgängerregierung genutzte Kreissozialindex habe Unterschiede innerhalb einer kreisfreien Stadt wie dem Norden und Süden in Essen nicht abgebildet und sei nur für eine kleinere Stellenzahl zum Einsatz gekommen. Staatssekretär Mathias Richter betonte, dass die neue Regelung nicht zu Lasten anderer Schulen gehen solle. Der Grundbedarf bleibe unangetastet.

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(dpa)