1. NRW

Nevigeser Kaufleute reinigen Laternen in der Fußgängerzone

Neviges : Kaufleute reinigen Straßenlaternen

Werbegemeinschaft Neviges bereitet sich auf die Vorweihnachtszeit vor. Auf den Kirchplatz lockt der Adventsmarkt.

Bevor Helmut Wulfhorst in diesen Tagen die Lichterketten um die Straßenlaternen in der Fußgängerzone wickelt, reinigt er die Seitenscheiben der Kandelaber. „Die sind meines Wissen noch nie richtig gesäubert worden.“ Der zweite Vorsitzende der Werbegemeinschaft Neviges (WGN) ärgert sich nicht lange über die verschmutzten Leuchten, sondern steigt auf die Treppenleiter und nimmt die Plexiglasscheiben aus der Halterung. In seinem Reisebüro weicht er die Teile in heißem Wasser mit Spülmittel regelrecht ein, um sie anschließend mit der weichen Seite eines Insektenschwamms den Dreck abzuschrubben.

„Ich möchte ja keine Kratzer reinmachen. Neben Fliegenschiss haben sich dort tote Mücken abgelagert.“ Trotz der sorgfältigen Behandlung ist der ursprünglich durchsichtige Kunststoff häufig trüb geworden. „Ich habe mal ein Angebot von einer Fachfirma am Rosenhügel eingeholt: Neue Scheiben für alle Laternen in der Fußgängerzone würden knapp mehr als 1000 Euro kosten“, schätzt Wulfhorst. Da greift der Neviges-Aktivist doch lieber zu Wasser und Schwamm.

Eigentümer der Straßenbeleuchtung sind die Technischen Betriebe Velbert (TBV). „Wir haben mit den Stadtwerken Velbert einen Vertrag über die Wartung der Laternen“, sagt Bernhard Wieneck, der Leiter des Geschäftsbereichs Tiefbau bei den TBV. Er geht davon aus, dass der Energieversorger aus eigenem Antrieb die Gläser reinigt, spätestens beim Austausch der Leuchtmittel.

Helmut Wulfhorst hat ein gewisses Verständnis, dass die Maßnahme – wenn sie denn erfolgt – nicht so gründlich sein kann. „Wenn da ein Mitarbeiter in seinem Hubsteiger unterwegs ist, kann der mit einem Lappen und einem Eimer nicht viel ausrichten.“ Dafür ist der WGN-Vizevorsitzende umso dankbarer, dass einige Geschäftsinhaber die Laternen vor ihren Türen selbst reinigen. „Am Samstag war Löten angesagt, denn an unseren Lichterketten gibt es immer wieder schadhafte Stellen, die repariert werden müssen.“ Die nostalgischen Straßenlaternen verfügen über einen Stecker, der die Lichterketten mit Strom versorgt. Mitte Januar werden die Leuchtelemente demontiert.

Doch darüber macht man sich bei der Werbegemeinschaft jetzt weniger Gedanken, die Vorweihnachtszeit steht im Vordergrund. Der „Lebendige Adventskalender“ ist zu einer Art Markenzeichen geworden. „Da laufen die Vorarbeiten problemlos“, lobt der Vizechef der Werbegemeinschaft die bewährte Zusammenarbeit mit den Kirchen. „Los geht es am 1. Dezember vor dem Nostalgie-Café.“ Daneben dürfen sich Nevigeser auf einen Adventsmarkt am „Bergischen Rundling“, also an der Stadtkirche freuen. „Es kommen auch auswärtige Aussteller, Programm gibt es in und vor der evangelischen Kirche.“ Wulfhorst wirft bereits einen Blick ins nächste Jahr: „Gesetzt ist der 1. Mai für den Trödelmarathon.“

Daneben soll das 800-jährige Bestehen von Neviges gefeiert werden. „Da sind wir noch auf Terminsuche, wir wissen nicht, ob wir das vor oder nach den großen Ferien machen sollen.“ Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl in 2020 könnte er sich eine Bühne vorstellen, auf der sich alle Kandidaten dazu äußeren, was sie für Neviges tun wollen. „Angesichts der Tatsache, dass viele Nevigeser sich vernachlässigt fühlen, würde es mich nicht wundern, wenn eine Neviges-Partei anträte.“