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Nervenkitzel statt Vernunft: Polizei beobachtet mehr illegale Rennen

Nervenkitzel statt Vernunft : Polizei beobachtet mehr illegale Rennen

Oft genügt ein Blickkontakt an einer roten Ampel - und schon rasen zwei Autofahrer gleichzeitig los: Immer wieder gibt es schwere Unfälle durch illegale Rennen. Trotz der Gefahren siegt bei vielen Rasern der Nervenkitzel über die Vernunft.

Die Polizei verzeichnet in diesem Jahr erneut mehr Fälle von illegalen Autorennen. „Es gibt eine steigende Tendenz“, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Vorläufige Zahlen könne sie aber noch nicht nennen. Auch die Kölner Polizei, bei der es einen speziellen „Einsatztrupp Rennen“ gibt, berichtet von einer „leicht zunehmenden Tendenz“ im bisherigen Jahr 2020.

2019 wurden in NRW nach Angaben des LZPD 766 verbotene Rennen registriert. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 gelten Autorennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Seitdem seien die Zahlen stetig gestiegen, sagte die LZPD-Sprecherin. Dies sei zumindest zum Teil auf verstärkte Kontrollen zurückzuführen.

Die Kölner Polizei hatte während des ersten Corona-Lockdowns im Frühling festgestellt, dass die Raser-Szene die leereren Straßen vermehrt für Rennen nutze. Deshalb wurden Beamte des Einsatztrupps, die eigentlich in Ruhe versetzt worden waren, um bei coronabedingten Ausfällen einspringen zu können, wieder zurück auf die Straße beordert.

(dpa)