Nachhaltigkeitsgruppe der Katholischen Kirchengemeinde Kempen

Kempen : Katholiken schützen das Klima

Gemeinde St. Mariae Geburt will Nachhaltigkeitsgruppe gründen.

Anpacken für den Klimaschutz, so lautet das recht provokative Motto der neu zu gründenden Nachhaltigkeitsgruppe der katholischen Pfarre St. Mariae Geburt in Kempen. In Zeiten des Klimawandels, den inzwischen jeder zu spüren bekommt, sei es Zeit, zu überlegen, was der Einzelne, aber auch die Gemeinde zur Bewahrung der Schöpfung unternehmen kann, so Helmut Nienhaus vom Gemeindevorstand bei der Vorstellung der Aktion am Mittwoch.

Die Katholische Kirchengemeinde stützt sich dabei nicht nur auf den biblischen Auftrag, sondern auch auf die Enzyklika „Laudato si“, in der Papst Franziskus dazu ausdrücklich auffordert, ergänzte Gemeindereferent Andreas Bodenbenner. Wichtig sei dem Papst dabei auch, dass in diesem Sinne alle Religion gemeinsam arbeiten. Helmut Nienhaus hat sehr viel Respekt für die „Fridays-for-Future“-Bewegung, aber bei der kirchlichen Gruppe in Kempen solle es um die Umsetzung konkreter Maßnahmen gehen.

Zwar werden in der Kirchengemeinde beispielsweise schon lange nur noch Mehrweg-Glasflaschen verwendet, aber es gibt noch viele Betätigungsfelder, wo die Kirche aktiv werden kann. So ließe sich beispielsweise prüfen, welche Gemeindebauten sich für Dächer mit Solaranlagen eignen. Ein ganz wichtiges Thema wird auch die Energieeinsparung und Verwendung von Ökostrom sein. Auch überlegt man, wo sich kirchliche Grundstücke für Blühwiesen oder für Baumbepflanzungen eignen. Ein Beispiel dafür ist die kürzlich an der Kreuzkapelle entstandene Insektenwiese samt Hotel für die kleinen Summer.

Die Gemeinde möchte darauf achten, Müll zu vermeiden

Die Gemeinde möchte auf Plastikverpackungen verzichten. Oder beim Einkauf auf fair gehandelte, die Umwelt in ihrer Herstellung nicht belastende Gegenstände achten. Generell möchte die Gemeinde darauf achten, Müll zu vermeiden. Oder es können auch kleine Dinge wie die Verwendung von recyceltem Papier zum Klimaschutz beitragen.

Die Gruppe ist offen für alle Interessierten. Das müssen längst nicht nur Gemeindemitglieder sein, sondern jeder Kempener Bürger ist eingeladen, sich einzubringen. Es gibt auch schon erste Kontakte zur ökumenischen Umweltgruppe bei der evangelischen Thomaskirche. Einbringen kann jeder sein Fachwissen aus allen Bereichen. Auch wie viel Zeit man dafür einsetzen möchte, bleibt jedem überlassen. Man könne sich auch projektbezogen einbringen, meinte Hans-Josef Rox vom Kirchenvorstand. Bewusst werden „Querdenker gesucht“, die vielleicht noch einmal ganz neue Aspekte vorbringen. Angelegt sollen alle Maßnahmen auf langfristige Wirkung sein.

Allen Beteiligten ist klar, dass für viele dieser Maßnahmen zunächst einmal einiges Geld investiert werden muss. Dies müsse natürlich in den Rahmen des Kirchenbudgets passen. Dass aber beim Pressegespräch sowohl Kirchenvorstand, Gemeinderat und Pfarreirat durch Barbara Saitner-Heitmayer vertreten waren, zeigt bereits, dass alle von der Idee überzeugt sind und sie unterstützen.

Außerdem gibt es Unterstützung von der Gemeinschaft der Gemeinden rundherum und auch dem Bistum Aachen. Helmut Nienhaus ist optimistisch, dass die Gruppe erfolgreich sein wird. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem konkreten Bemühen um die Bewahrung der Schöpfung nicht allein bleiben werden“, meinte er.

Interessierte können sich im Pfarrbüro unter Telefon 02152/8921020 oder per E-Mail melden.
gemeindevorstand@st-mariae-geburt-kempen.de

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