Zentralbad-Areal: Jetzt sollen die Holländer ran

Zentralbad-Areal: Jetzt sollen die Holländer ran

Ab 2014 könnte an der Lüpertzender Straße gebaut werden.

Mönchengladbach. Die Roermonder Pol Beheer BV soll das 15 000 Quadratmeter große alte Zentralbad-Gelände an der Lüpertzender Straße inklusive Spielplatz entwickeln — mit „höherwertigen“ Wohnungen und Büros plus Grünstreifen mit sprudelndem Flüsschen Gladbach. Darauf haben sich am Dienstagabend Politiker in den Aufsichtsräten der Stadt-Gesellschaften für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung geeinigt.

Der Mitbewerber — die Baugesellschaft der Rheydter Familie Schoor — kam nicht zum Zuge. Der Entscheidung ging ein monatelanges Hickhack voraus. So drängte die FDP auf eine Entscheidung pro Schoor. Der Senior der Gesellschaft, Hans-Joachim Schoor, war viele Jahre liberaler Ratsherr.

Mitglieder der Aufsichtsräte sagten, die Schoor-Pläne seien „nicht präzise genug“, es fehlten Lärmschutz, zudem benötige er fünf Jahre für eine Gesamtbebauung.

Das Gebiet, in Teilen saisonal als Sommer-Biergarten mit Liegen, Strand und Mini-See „Bleichwiese“ genutzt, liegt seit dem Großbrand des Zentralsbades 2001 so gut wie brach. Mehrere Investoren interessierten sich für das Filet-Grundstück, zuletzt die Roermonder. Insider berichten, sie hätten mit einem Abzug gedroht, wenn nicht bald eine Entscheidung in ihrem Sinne gefällt wird. EWMG-Chef Uli Schückhaus sei es gelungen, die Roermonder „bei der Stange zu halten“.

Auch er ist vom Konzept der Pol Beheer BV überzeugt, das wiederum kommt aus dem Büro des Gladbacher Architekten Burkhard Schrammen, wie es heißt.

Allein rund 160 Wohnungen sollen auf dem citynahen Areal entstehen. Die Stadt will das Groß-Grundstück für etwa 3,5 Millionen Euro an den Nachbarn verkaufen. Die Niederländer wollten mit der EWMG eine „Optimierungsvereinbarung“ unterzeichen. Konkret: Ab 2014 soll an der Lüpertzender Straße gebaut werden.

Stadtfinanzchef Bernd Kuckels (FDP) betonte bei früheren Treffen mehrfach, dass das Projekt Zentralbad vom Stadtrat abgesegnet und modifiziert werden müsse.

Die Aufsichtsräte der beiden Stadtfirmen tagten auch am Dienstag nichtöffentlich. Offizielle — öffentliche — Stellungnahmen der Beteiligten gab es daher nicht.

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