„Wir wissen, dass wir etwas für andere Kinder tun“

„Wir wissen, dass wir etwas für andere Kinder tun“

Oberbürgermeister Norbert Bude und Regionaldekan Ulrich Clancett danken stellvertretend 70 Sternsingern für ihren Einsatz.

Mönchengladbach. Besinnliche Weihnachtsstimmung zieht noch einmal in den Ratsaal des Rathaus Abtei ein: „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, singen helle Kinderstimmen. Die Sänger tragen bunte Gewänder, goldene Kronen auf dem Kopf und den Stern von Bethlehem in der Hand.

Eine Schar Sternsinger umringt Oberbürgermeister Norbert Bude. In seiner Jugend sei er als Pfadfinder regelmäßig mit den Sternsingern unterwegs gewesen, verrät der Gastgeber den rund 70 Kindern, die auf seine Einladung hier sind — ein kleine Auswahl von fast 1000 Sternsingern zwischen acht und 15 Jahren, die am Dreikönigstag unter dem diesjährigen Motto „Segen bringen, Segen sein“ im gesamten Stadtgebiet unterwegs waren.

Die Heiligen Drei Könige sollen einst den weiten Weg aus dem Morgenland nach Bethlehem gewandert sein. Caspar, Melchior und Balthasar haben in Mönchengladbach würdige Nachfolger gefunden: „Wir haben einen ganzen Tag gebraucht. Das war ganz schön anstrengend“, erzählt Max Schürkens. Der Zwölfjährige hat sich gemeinsam mit seinem Bruder Luis sowie den Schwestern Hannah und Leah Weber für die Pfarre St. Marien in Neuwerk auf den Weg gemacht. In diesem Jahr ist er bereits zum siebten Mal Sternsinger: „Weil es soviel Spaß macht“, erzählt Max. „Weil wir wissen, dass wir etwas für Kinder tun“, ergänzt Hannah.

Diesmal wird das gesammelte Geld für die medizinische Versorgung in Tansania eingesetzt. „Wir haben in der Kirche etwas darüber gehört, wie es den Kindern dort geht“, erzählt Hannah. Nicht immer seien die Menschen begeistert gewesen, wenn die kleine Delegation mit der Sammelbüchse vor der Tür stand, so Luis: „Manchmal haben sie uns gar nicht zu Ende angehört. Einige kannten die Sternsinger gar nicht“, sagt der Achtjährige.

Die meisten empfingen die Kinder allerdings freundlich: „Vor allem, wenn wir etwas gesungen haben“, so Max. Deswegen steht für die vier Sternsinger fest: „Nächstes Jahr machen wir alle wieder mit“, betont die kleine Leah.

Regionaldekan Ulrich Clancett freut das, denn Sternsingernachwuchs wird dringend gebraucht: „Ganz wichtig ist die Unterstützung der Eltern und der Gemeinde“, erklärt der Seelsorger. Die Sternsinger seien den ganzen Tag auf den Beinen. „Sie müssen mit Proviant versorgt und manchmal auch motiviert werden“, sagt Ulrich Clancett.

Norbert Bude bedankt sich für den Einsatz seiner jungen Besucher und verteilt Süßigkeiten. Diese revanchierten sich mit dem lateinischen Segenswunsch „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus), den sie mit Kreide über die Tür des Rathauses schreiben.

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