Wiedereröffnung: Schwimmer entern saniertes Bad

Wiedereröffnung: Schwimmer entern saniertes Bad

Stadt und NEW haben in Rheindahlen vier Millionen Euro für Umbau investiert.

Mönchengladbach. Noch treiben nur ein paar bunte Bälle im Schwimmbecken. In der Halle ist es still. Von einer Sekunde auf die andere ist es jedoch mit der Ruhe vorbei: 20 Kinder stürzen sich lauthals jubelnd ins Becken. Prustend und strampelnd bringen sie Wasser und Bälle in Bewegung. „Wir entern Rheindahlen“, steht auf den T-Shirts der kleinen Wasserratten. Die Viertklässler der Will-Sommer-Schule sind die ersten Badegäste im wieder eröffneten Hallenbad Rheindahlen.

„Mehr als ein Jahr mussten wir ausweichen und mit dem Bus fahren“, erzählt Schulleiterin Monika Kramp. Jetzt bleibe den Rheindahlener Schülern mehr Zeit für den Schwimmunterricht. Ihre Lehrerin ist begeistert von dem neuen Aussehen des Bades: „Es wirkt, als wenn alles komplett neu wäre.“ Lediglich Schwimmer- und Lehrschwimmbecken hätten sich nicht verändert.

Rund vier Millionen Euro mussten Stadt und NEW ausgegeben, um das fast 40 Jahre alte Gebäude grundlegend und „unter Berücksichtigung energetischer Aspekte“ zu sanieren, sagte Armin Marx, Geschäftsführer der NEW mobil und aktiv, anlässlich der Eröffnung. Zeitweise habe nur noch das Gerüst gestanden: „Jetzt ist das Hallenbad wieder für die nächsten 30 Jahre bereit“, ergänzte Marx.

Im Außenbereich wurden Dach, Glasfassade und Fassadenverkleidung erneuert. Im Inneren sind der Duschbereich, Boden- und Wandbelege sowie die Abhangdecken in den Umkleidekabinen und angrenzenden Räumen neu.

Für die Badewassertechnik wurden frequenzgesteuerte Umwälzpumpen eingebaut. Die Raumlufttechnik funktioniert mit Wärmerückgewinnung und die Heizungsanlage mit energieeffizienter Pumpentechnik.

Mit der Wiedereröffnung des Rheindahlener Hallenbads sei „der letzte Baustein des Mönchengladbacher Bäderkonzepts“ umgesetzt und damit „ein Mammutprojekt“ abgeschlossen, in das rund 50 Millionen Euro investiert worden sind, erklärte Sportdezernent Gert Fischer. Ausgangssituation war der Brand des Zentralbades im Jahr 2002.

Die NEW übernahm die Schwimmstätten in Gladbach und organisierte gemeinsam mit Politik und Verwaltung die Bäderlandschaft neu. Nicht alle Bäder sollten diesen Prozess überleben. Andere kamen, wie 2006 das Vitusbad, neu hinzu oder wurden, wie 2012 das Stadtbad Rheydt, nach einer denkmalgerechten Sanierung wiedereröffnet.

Mit dem Hallenbad Rheindahlen sind ab jetzt sechs Frei- und Hallenbäder mit unterschiedlichen Schwerpunkten vom Freizeit- über das Familien- bis hin zum Gesundheitsbad in Betrieb.

Als in Rheindahlen gar nichts lief, mussten die Vereine den Notstand mit vielen Einschränkungen organisieren. Ein großer logistischer Aufwand: „Jetzt haben wir eine im Vergleich zum Umland gute Ausgangslage für den Schwimmsport“, sagt Rudolf Brügge, Wasserwart beim Stadtsportbund und Geschäftsführer der MSV 01 gUG.

Dabei handelt es sich um eine 100-prozentige Tochter des Mönchengladbacher Schwimmvereins und den neuen Betreiber des Rheindahlener Hallenbads, das vor allem für Schul- und Vereinssport sowie ortsnahes Schwimmen genutzt werden soll.

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