Wenn die Stadtprominenz es krachen lässt

Rund 300 Zuschauer kamen zum Generalappell der Prinzengarde der Stadt am Samstag.

Es ist der unangefochtene TV-Liebling der Deutschen — und es ist quasi eine Pflichtaufgabe, jedes Silvester mindestens einmal „Dinner for One“ anzusehen, bei dem Miss Sophie mit vier nicht vorhandenen Gästen speist, in deren Rolle ihr Butler James schlüpft. Und manchmal ist das Imitat besser als das Original. Das fanden nicht wenige der rund 300 Zuschauer beim Generalappell der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach am Samstagabend. Diese Veranstaltung in der Kaiser-Friedrich-Halle hat nämlich auch schon traditionell einen Höhepunkt am späten Abend, wenn nämlich die Pulvermeister einmarschieren.

Dabei handelt es sich um eine seit 20 Jahren bestehende Truppe lokaler Prominenter, die nicht davor zurückschrecken, sich auf der Bühne mal richtig bekloppt zu machen und ihr Publikum mit einem professionell einstudierten Programm zu beeindrucken. Höhepunkt des Höhepunkts war diesmal „Dinner for One“ auf Gladbacher Art. Köstlich Bolten-Chef Michael Hollmann als Miss Sophie mit auffallend maskuliner Stimme und reichlich Bier, Schnaps und Likör aus den Brauerei-Beständen im Repertoire, umwerfend komisch Professor Christoph Müller-Leisse, im normalen Leben Chefarzt der Radiologie im Maria Hilf, als Butler James. Er musste im Namen der „Gäste“ trinken und sie imitieren. Am Tisch saßen fiktiv: Ex-IHK-Präsident Heinz Schmidt, selbst Pulvermeister (diesmal Don Camillo) und bekannter Weingenießer („Leck mich en de Täsch, was für ein Abgang!“), Borussia-Präsident Rolf Königs („Nicht reden, machen, Miss Sophie!“), MKV-Chef Bernd Gothe und Karnevals-Urgestein Horst Trumm. Am Ende trägt Miss Sophie James über die Schlafzimmerschwelle.

Es war nicht das einige Paar bei den Pulvermeistern, schließlich lautet das Sessionsmotto „Immer zu zweit — Halt Pohl und All Rheydt!“. Da gab es Kleopatra (Bürgermeister Michael Schroeren) und Caesar (NEW-Chef Frank Kindervatter), Barbie (Architekt Burkhard Schrammen) und Ken (Müller-Leisse), zu Don Camillo auch einen Peppone (IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz), das Funkemarieche (Ex-NEW-Chef Freidhelm Kirchhartz) begleitet von der Band Brings (u.a. Ralf Dürselen und Gert Kartheuser), Fred Feuerstein (Heinz Schnock) und seine Wilma (Ulrich Hillekamp). GEM-Chefin Gabi Teufel gab die rasante Vortänzerin zu Boney M. und Gabalier, auch die Blues Brothers waren dabei: Mags-Chef Hans-Jürgen Schnaß und SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs, auch sie mindestens so gut wie die Originale, wurden in die Riege der Pulvermeister aufgenommen.

Auch sonst war das Programm, durch das der neue Gardepräsident Frank Eibenberger flankiert von dem Vorsitzenden Norbert Bude führte, rundum gelungen: zauberhaft der Auftritt der Ruhr-Garde, atemraubend jener der Tanzgarde, kurzweilig die neue Kombo „Frei Schnüss“. Und auch einen neuen Generalappelmeister gibt es: Peter Homann folgt auf Stefan Wimmers.

Wenn die Stadtprominenz es krachen lässt
Foto: Ilgner (4)/Richters (1)