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W-Lan und Tablets in Mönchengladbach: Digitalisierung an Schulen geht weiter

Breitband, W-Lan, Tablets : Stadt wartet auf Geld für digitale Schulen

Die Stadt hat noch keine Mittel aus dem Digital-Pakt von Bund und Land erhalten. Unterdessen wurde ein Medienentwicklungsplan erstellt. Dessen Maßnahmen kosten rund 16 Millionen Euro.

Schnelles Internet, WLAN in jedem Klassenzimmer, Laptops und Tablets für Schüler: Fehlanzeige. Die meisten Mönchengladbacher Schulen starten ins neue Schuljahr mit einem Unterricht, der in puncto Digitalisierung eher an Steinzeit erinnert. Zwar hatten sich Bund und Land nach langem Hin und Her auf den Digital-Pakt geeinigt, der den Kommunen reichlich Fördermittel für den digitalen Ausbau an Schulen verspricht, doch das Geld lässt auf sich warten.

In Mönchengladbach gibt es bereits einen Medienentwicklungsplan (MEP). 16 Millionen Euro würde es kosten, wenn alle Vorhaben in den Schulen umgesetzt würden, „die wir haben wollen“, sagt Schuldezernent Gert Fischer. Erst einmal müssen Schulen nach und nach ans Breitbandnetz angeschlossen werden. Wann immer es im Stadtgebiet Tiefbauarbeiten in der Nähe von Schulstandorten gab, wurden die notwendigen Glasfaserkabel bis zu den Gebäuden verlegt. Bei der Realschule Volksgarten, der Hans-Jonas-Gesamtschule, dem Hugo-Junkers-Gymnasium und dem Gymnasium am Geroweiher ist dies bereits geschehen. Die Realschule und die Gesamtschule starten auch mit WLAN ins neue Schuljahr. Bereits in den kommenden Wochen sollen 18 weitere Schulstandorte an das stadteigene „VitusNet“ angebunden werden.

Auch Baumaßnahmen wie neue Toiletten werden vorangetrieben

Nach dem Mönchengladbacher MEP sollen die Schulen auch mit ausreichend Tablets und Laptops ausgestattet werden. „Das heißt aber nicht, dass jeder Schüler dann über ein eigenes Tablet verfügen kann“, sagt Fischer. Im Moment wisse noch niemand, für welche Ausgaben die Kommunen die versprochenen Fördermittel des Landes genau verwenden dürften. „Der Prozentsatz der Ausgaben für mobile Endgeräte wird gedeckelt sein“, glaubt Fischer. Der Gladbacher MEP sieht ein Laptop für fünf Schüler und eins für zehn Lehrer vor.

Wie der Unterricht nach der Digitalisierung in den Schulen aussehen kann, soll in den Gymnasium am Geroweiher und im Hugo-Junkers-Gymnasium erprobt werden. Die beiden Schulen hatten sich bei einem Wettbewerb durchgesetzt. Sie sind jetzt Pilotschulen was die Digitalisierung angeht. Für dieses Projekt hat der Rat der Stadt insgesamt 300 000 Euro zur Verfügung gestellt. 100 000 Euro fallen auf das Jahr 2019, der Rest auf das Folgejahr. Nach Abstimmungsgesprächen sind die ersten Ausschreibungen an­gelaufen.

In den Schulen wird aber auch in andere notwendige Projekte investiert. Mittel aus den Förderungsprojekten „Gute Schule 2020“ und „Kommunalförderungsgesetz Teil II“ sowie aus dem städtischen Haushalt fließen zum Beispiel in Brandschutzsanierungen (Gesamtschule Espenstraße, 11,2 Millionen Euro, Math.-Nat., acht Millionen Euro, und Schulzentrum Rheindahlen, ebenfalls acht Millionen Euro). Auch bei den notwendigen Sanierungs- und Baumaßnahmen gibt es eine Prioritätenliste. „Zusätzlich haben wir uns in den vergangenen Wochen noch einmal alle Toilettenanlagen angesehen“, sagt Schulamtsleiter Harald Weuthen.

Dazu kamen noch außerplanmäßige Reparatur- und Sanierungsarbeiten. So gab es beispielsweise nach dem letzten Starkregen einen Wassereinbruch im Schulzentrum Rheindahlen. Nach dem Deckeneinsturz in der Grundschule Eicken mussten weitere ähnliche Deckenkonstruktionen geprüft und zum Teil ersetzt werden. Nicht alle Arbeiten konnten in den Ferien erledigt werden. Denn auch wegen der Förderprogramme sind Handwerker zum Teil schwer zu finden. Manchmal würden auch „Mondpreise“ verlangt, sagt Weuthen. Die Forderungen hätten schon einmal bei dem Dreifachen des von der Stadt vorher kalkulierten Preises gelegen. Einen Handwerkerstau erwartet man im Mönchengladbacher Schulamt übrigens auch, wenn die Fördermittel für den Digital-Pakt abgerufen werden können.