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Verlängerung der S28 bis Viersen - das sind Gladbachs Forderungen

Nahverkehr im Kreis Viersen : Stadt überdenkt Haltung zur S 28-Verlängerung

Mönchengladbach will keine Kosten für Bau und Betrieb übernehmen.

„Die Stadt Mönchengladbach steht einer S 28-Verlängerung verhalten positiv gegenüber.“ Es ist der wohl entscheidende Satz, den Gladbachs Stadtdirektor Gregor Bonin jetzt im Planungsausschuss der Nachbarstadt sagte. Allerdings: Mönchengladbach will den vom Kreis Viersen gewünschten Ausbau der Regiobahn über Kaarst hinaus bis Viersen in ein Maßnahmenbündel einbetten, verlangt ein Gesamtkonzept für den Schienenverkehr am Mittleren Niederrhein. Landrat Andreas Coenen (CDU) reagierte erleichtert: „Aus Sicht des Kreises Viersen ist zu begrüßen, dass die Stadt Mönchengladbach die Westverlängerung der S 28 nunmehr grundsätzlich positiv bewertet.“

Weil Mönchengladbach beim S 28-Ausbau bisher auf die Bremse trat, hatte der Kreis Viersen eine Studie in Auftrag gegeben, die auch die Vorteile für Mönchengladbach beleuchtete. „Einige Haushalte in Mönchengladbach-Neuwerk könnten mit einer Verbesserung der Anbindung rechnen“, erklärte Bonin. „Dennoch zeigen die Beispiele, dass sich der Vorteil für Mönchengladbacher Bürger in überschaubaren Grenzen hält.“ Demgegegenüber stehe ein sehr großer finanzieller Bedarf der Maßnahme für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

Was Mönchengladbach will: Eine alte Forderung hält die Stadt aufrecht. Mönchengladbach sollen durch eine Verlängerung der S 28 über Mönchengladbacher Stadtgebiet keine Kosten entstehen – weder für den Bau der Strecke noch für den Betrieb. Daneben würde die Nachbarstadt gerne den Haltepunkt in Neersen näher an den Flughafen Mönchengladbach rücken. „Der Standort des geplanten Bahnhofs Neersen ist aufgrund der räumlichen Situation vermutlich weitgehend vorgegeben“, äußert sich der Landrat zurückhaltend, plädiert für „eine leistungsfähige Busanbindung“, gegebenenfalls ergänzt durch „flexible Mobilitätsangebote“. Und: Mönchengladbach fordert, der S 28-Ausbau müsse in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Für das nennt der Gladbacher Stadtdirektor drei Punkte:

Erstens: Der Regionalexpress 8 zwischen Köln und Mönchengladbach soll beschleunigt werden. „Eine derartige Beschleunigung würde auch für Pendler aus dem Kreis Viersen, die von Mönchengladbach aus nach Köln reisen, Reisezeitvorteile mit sich bringen“, sagt Coenen.

Zweitens: Die S 8 soll mindestens bis zum Rheydter Hauptbahnhof verlängert werden, die Hochschule Niederrhein einen eigenen Haltepunkt bekommen. „Auch diese Maßnahme wird vom Kreis Viersen begrüßt“, sagt Coenen. „Gerade ein Haltepunkt im Bereich der Hochschule wäre auch für Studierende der Hochschule Niederrhein mit Wohnsitz im Kreis Viersen von großem Vorteil.“

Drittens: Die Stadt Mönchengladbach fordert eine Bestandssicherung für die Linie RE 3 (Venlo–Viersen–Mönchengladbach–Düsseldorf–Hamm). mrö