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Verkehrsstatistik: Mehr Tote auf den Straßen

Verkehrsstatistik: Mehr Tote auf den Straßen

2011 starben mehr Menschen als im Vorjahr. Es gab 220 Verletzte im Straßenverkehr.

Mönchengladbach. Mit dem Trend für Mönchengladbach ist der Polizeipräsident Hans-Hermann Tirre zufrieden: Es gab im vergangenen Jahr 115 Verkehrsunfälle weniger als in 2010, und in der Fünfjahres-Betrachtung ist auch die Zahl der Verletzten rückläufig — 27 Unfälle mit Personenschäden weniger als im Vorjahr. „In NRW gab es 2011 15 Prozent mehr Tote, 13 Prozent mehr Schwerverletzte und sieben Prozent mehr Verletzte als im Vorjahr“, nennt Tirre die Vergleichszahlen auf Landesebene.

Beunruhigend sind für ihn andere Zahlen: Es gab neun Tote im vergangenen Jahr (2010 waren es zwei), und fast 220 Schwerverletzte (180). Bezogen auf die Einwohnerzahl lässt sich sogar sagen: „Die Verkehrsunfallhäufigkeit ist mit 440 pro 100 000 Einwohnern höher als im Landesschnitt. Da sind es 405“, sagt Polizeipressesprecher Willy Theveßen.

Als Hauptursache — besonders bei den Unfällen mit schlimmen Folgen — nennt die Behörde: Überhöhte Geschwindigkeit. „Dagegen werden wir repressiv und präventiv noch stärker vorgehen“, verspricht Tirre.

„Rasen fängt nicht erst bei 100 km/h in der geschlossenen Ortschaft an“, betont Jörg Malejka, der Leiter der Direktion Verkehr in Gladbach. Bei 50 Stundenkilometern überlebten acht von zehn Fußgängern einen Verkehrsunfall mit einem Fahrzeug, bei 65 km/h nur zwei.

Beeindruckend auch der Bremsweg: Bei 30 Kilometern pro Stunde beträgt er 15 Meter, bei 50 km/h beginnt das Fahrzeug erst nach 15 Metern langsamer zu werden. „Das müssen die Autofahrern endlich begreifen“, fordern die drei Vertreter der Polizei.

„Wir werden den Verkehr stärker überwachen“, kündigt Tirre an. Ernüchternd findet er allerdings bislang die Ergebnisse der regelmäßig durchgeführten Stadtteil-Kontrollen, die auch öffentlich angekündigt werden. „Es gehen im Durchschnitt 200 Verkehrssünder ins Netz“, sagt Theveßen. „Vielleicht sind die Strafen nicht hoch genug“, vermutet Tirre.

Unabhängig davon sollen die anderen Präventionsprojekte (siehe Info-Kasten) weiterhin betrieben oder intensiviert werden. Bei „Walking Bus“ etwa machen die Hälfte der Grundschulen mit, erklärtes Ziel sind alle.

Mit dem Projekt „Crash Kurs“ wendet man sich an jugendliche Fahranfänger. 2011 erreichte man 560 Schüler, 2012 sollen es 2500 sein, was flächendeckend der Zahl der Zehntklässler entspricht.