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Verkehr in Mönchengladbach: Immer mehr neue Autos werden zugelassen

Autozulassungen in Mönchengladbach : Zahl der zugelassenen Autos auf Rekordhoch

Noch nie waren so viele Autos auf Gladbachs Straßen unterwegs wie zurzeit. Das bringt Probleme mit sich.

Die Bürger und Unternehmen in der Stadt haben immer mehr Autos. Zum Jahreswechsel 2019/2020 waren genau 173 237 Fahrzeuge in Mönchengladbach zugelassen, das waren knapp 3000 mehr als ein Jahr zuvor. Davon waren 138 108 Pkw, also Autos, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent entspricht. Dazu gab es 9102 Lastwagen, die hier gemeldet sind, und 10 148 Motorräder. Noch deutlicher wird der Zuwachs im langfristigen Trend. Im Vergleich zu 2013: In diesen sechs Jahren ist der gesamte Fahrzeugbestand um 9,5 Prozent gestiegen.

Insgesamt wurden im abgelaufenen Jahr 12 279 Fahrzeuge neu zugelassen – von Bürgern und Unternehmen. Der Elektromotor spielt für die Mönchengladbacher dabei aber immer noch eine Nebenrolle, auch wenn die Zulassungszahlen schon etwas gestiegen sind von 82 (im Jahr 2018) auf  173. Der Bestand an Elektroautos ist damit auf 359 gestiegen – das sind freilich nur 0,2 Prozent aller Fahrzeuge in der Stadt. Immerhin gab es 1368 Autos mit einem Hybrid-Antrieb, also sowohl einem Elektro- als auch einem Verbrennungsmotor, der mit Kraftstoff betankt wird.

Diese Zahlen zeigen: Mönchengladbach ist noch immer eine Stadt der Autofahrer. Für Caprice Mathar, die Mobilitätsbeauftragte der Stadt, ist klar: „Wir müssen dahin kommen, dass es für die Bürger bequemer ist, sich aufs Fahrrad zu schwingen als ins Auto zu setzen.“ Dies sei ein langer Prozess, in dem die Bürger mitgenommen werden müssten. „Die Stadt hat auch eine sehr autofreundliche Infrastruktur und bietet vielerorts ideale Voraussetzungen für das Zweitauto“, sagt Mathar. Deshalb müsse man neue Angebote schaffen, aufklären und die Menschen mitnehmen.

Neue Angebote stellt sich Thomas Claßen, Vorstandsmitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Mönchengladbach so vor: „Wer Radwege sät, wird Fahrradfahrer ernten. Wir müssen den Radfahrern mehr Platz geben, und das wird nur funktionieren, wenn wir den Autofahrern etwas wegnehmen.“ Claßen mahnt dazu. „Die Zulassungszahlen sind noch bitterer, wenn man bedenkt, dass fast alle Fahrzeuge 23 Stunden am Tag nur stehen, ob sie nun privat oder von Unternehmen genutzt werden.“

Die Förderung von
Elektroautos steigt

Die Automobilbranche hat für 2020 dabei das Jahr der Wende ausgerufen, davon geht jedenfalls Frank Mund aus. Er ist nicht nur Kreishandwerksmeister in Mönchengladbach und Autoexperte, sondern auch Präsident des Kfz-Gewerbes in Nordrhein-Westfalen. Viele Händler hätten gerade in den letzten Wochen des abgelaufenen Jahres viele Wagen noch schnell zugelassen, weil seit diesem Jahr strengere CO2-Grenzwerte bei Fahrzeugflotten gelten. „Hersteller müssen hohe Strafen zahlen, wenn der neue Grenzwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer überschritten wird“, sagt Mund. Deshalb erwartet er auch steigende Zulassungen von Elektrofahrzeugen in diesem Jahr, zudem steige auch die Förderung von 4000 Euro auf 6000 Euro bei der Neuanschaffung eines Fahrzeugs mit Elektroantrieb. „Die Leute warten noch auf den höheren Zuschuss“, vermutet Frank Mund.

Mund sagt allerdings auch, dass in Mönchengladbach als Pendlerstadt viele Berufstätige auf das Auto angewiesen seien. 75 Prozent aller Pendler bundesweit würden mit dem Auto zur Arbeit fahren.

„Die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes ist das A und O, so lange der Öffentliche Nahverkehr für die meisten keine gute Alternative darstellt, wird sich das auch nicht ändern“, sagt Mund. Die E-Scooter als Verkehrsmittel seien keine Alternative für Autofahrer. „Sie werden eher von Fußgängern genutzt“, so Mund.