Unternehmen: Nach Fusion setzt NVV auf Windkraft

Unternehmen: Nach Fusion setzt NVV auf Windkraft

Zusammenschluss mit Viersener Niederrheinwerken bringt steuerliche Vorteile.

Mönchengladbach. 1,4 Milliarden Euro Bilanzsumme, 2000 Mitarbeiter, über 410.000 Stromkunden: Als größtes Versorgungsunternehmen zwischen Rhein und Maas präsentierten sich am Mittwoch die Mönchengladbacher NVV AG und die Viersener Niederrheinwerke nach ihrer Fusion.

Zum 1. Januar 2011 gehen die beiden Unternehmen zusammen. "Der Notartermin ist anberaumt", verkündeten am Mittwoch Gladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude und Viersens Bürgermeister Günter Thönnessen bei einer Pressekonferenz an einem Ort mit Symbolkraft: im Wasserwerk Helenabrunn, genau auf der Stadtgrenze.

Seit fünf Jahren kooperieren die Unternehmen, jetzt gehen sie zusammen. Dabei soll sich für die Kunden nichts ändern; NVV und Niederrheinwerke bleiben nach außen hin eigenständig. Profitieren sollen die Kunden von steuerlichen Vorteilen der Gesellschaft; sie werden auf jährlich sieben Millionen Euro beziffert. 5,5 Millionen Euro sollen durch so genannte Synergieeffekte eingespart werden; es werde aber kein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlieren, betonte NVV-Vorstandsvorsitzender Friedhelm Kirchhartz. Mönchengladbach hält an der neuen Holding etwa 75, Viersen knapp 25 Prozent der Anteile.

Vorantreiben will das neue Unternehmen den Ausbau regenerativer Energien. "Das haben wir im Vertrag festgeschrieben", betonte Thönnessen. NVV-Vorstand Rainer Hellekes kündigte an, Biogas- und Photovoltaikanlagen auszubauen und Kleinkraftwerke in Häusern zu fördern. In Kürze wolle man in Windkraftprojekte einsteigen.

Derzeit haben beide Unternehmen unterschiedliche Preise und Tarife. Die sollen harmonisiert werden. Dafür gibt man sich ein Jahr Zeit. Auch Werbeaussagen sollen angepasst werden.

Die Fusion sei ein Meilenstein in der regionalen Zusammenarbeit, betonte Bude. Lothar Beine, Aufsichtsratsvorsitzender der NVV, kündigte an, einen regionalen Beirat aufzubauen mit Vertretern aus Gladbach und Viersen sowie den Kreisen Heinsberg und Neuss. Damit wird die Richtung klar: Es sollen weitere Partner ins Boot geholt werden.

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