Unfall in Mönchengladbach - Polizist bei Aufnahme zwei Mal angefahren

Spektakulärer Unfall in Mönchengladbach : 61-Jähriger fährt Polizisten während Unfallaufnahme absichtlich an - zwei Mal

Vier von fünf Beteiligten blieben bei einem spektakulären Unfall in Mönchengladbach unverletzt. Während der Unfallaufnahme hatte sich ein ungeduldiger, unbeteiligter Autofahrer offenbar nicht im Griff.

Unfallaufnahme und Bergungsmaßnahmen dauerten zwei Stunden, von den beiden Autos waren nur noch Trümmer übrig: Doch wie durch ein Wunder sind alle vier Insassen des einen Wagens bei einem Unfall unverletzt geblieben. Eine Person im anderen Auto wurde nur leicht verletzt. Während der Unfallaufnahme soll ein weiterer, nicht beteiligter Autofahrer zudem absichtlich einen Polizisten angefahren haben – und das gleich zweimal.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, ereignete sich der Unfall am Sonntag an der Straßenkreuzung Auf dem Damm/ L 39. Ein 54-jähriger Autofahrer wollte von der Straße Auf dem Damm nach links in Richtung Autobahn abbiegen. Dabei übersah er laut Polizeibericht den Wagen einer ihm entgegenkommenden 37-jährigen Fahrerin. Beide Fahrzeuge stießen zusammen.

An den beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden

Der Wagen der Frau, die zusammen mit ihrem 35-jährigen Ehemann sowie den drei und sieben Jahre alten Kindern unterwegs war, wurde durch die Wucht des Aufpralls in ein angrenzendes Feld geschleudert. Alle Insassen dieses Fahrzeugs blieben jedoch unverletzt. Sie wurden nur zur sicheren Abklärung in ein Krankenhaus gebracht.

Der 54-Jährige zog sich bei dem Zusammenstoß leichte Verletzungen zu. Er wurde ebenfalls in ein Krankenhaus gefahren, konnte es nach einer ambulanten Behandlung aber wieder verlassen. An den beiden beteiligten Fahrzeugen entstand Totalschaden. Sie mussten abgeschleppt werden.

Während der Unfallaufnahme hatte ein 61-jähriger Autofahrer seine Nerven offenbar nicht im Griff. Er soll laut Polizei einen Beamten zweimal absichtlich angefahren haben. Eine Strafanzeige wurde gestellt, vielleicht wird er nach dem tätlichen Angriff auch noch seinen Führerschein verlieren.

Zur Unfallaufnahme wurde die Kreuzung zwischen 17.05 und 19.05 Uhr gesperrt. Laut Polizei war die abgeriegelte Unglücksstelle durch Pylonen, Warnleuchten und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht „deutlich erkennbar“. Der 61-jährige Autofahrer habe dennoch in den abgesperrten Bereich fahren wollen. Auch die Erklärungen des uniformierten Beamten (35), der an der Absperrung stand, hätten nicht geholfen. Der Mann setze seine Fahrt fort – auch dann noch, als sich der Polizist vor das Auto stellte. Mit Schrittgeschwindigkeit sei der 61-Jährige vor die Beine des Beamten gefahren, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dieses Verhalten habe er wiederholt und dem Polizeibeamten anschließend die „Scheibenwischergeste“ gezeigt. Dann habe der Autofahrer seinen Wagen auf dem Rechtsabbiegerfahrstreifen entgegen der Fahrtrichtung abgestellt und diesen somit für die anderen Verkehrsteilnehmer blockiert.

Der Beamte sei zum Glück unverletzt geblieben. Trotzdem wurden die Personalien des 61-Jährigen festgehalten, der laut Polizeibericht immer noch völlig uneinsichtig war. Weil er die Zeichen und Weisungen der Ordnungshüter nicht beachtet habe, vor allem aber wegen des absichtlichen Anfahrens eines Polizeibeamten wurde gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet. Der Tatvorwurf lautet „tätlicher Angriff auf einen Polizeibeamten“. Zudem wurden die Straßenverkehrsbehörden über den Sachverhalt informiert, mit der Bitte, die Eignung des Mannes zum Führen von Kraftfahrzeugen zu überprüfen.

Beamte berichten von zunehmender Respektlosigkeit

147 Fälle von Widerstand gegen die Staatsgewalt, darunter auch tätliche Angriffe auf Polizisten, wurden im vergangenen Jahr in Mönchengladbach bekannt (2017 waren es 102; 2016 waren es 146). Dazu kommen 144 Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter. Wie Polizeisprecherin Cornelia Weber berichtet, höre sie häufig Kollegen über eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber den Beamten sprechen.

Auch die Stadtverwaltung machte nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren die Erfahrung, dass die Zahl der Bürger und Kunden, die sich gegenüber den Mitarbeitern respektlos zeigen, sie bedrohen oder sogar tätlich werden, zunehme. „Wir gehen in solchen Fällen konsequent vor und erstatten Strafanzeigen“, sagt Stadtsprecher Dirk Rütten. Seit 2017 seien von der Personalabteilung 20 Anzeigen wegen Beleidigung, übler Nachrede, Bedrohung, tätlicher Angriffe, Körperverletzung oder gefährlicher Körperverletzung erstattet worden. Vor einem halben Jahr wurde ein Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes ebenfalls absichtlich angefahren. Auslöser des Übergriffs war eine Zwangsräumung.

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