„Treppauf Treppab“ im Rheydter Theater: Immer den Schein wahren

„Treppauf Treppab“ im Rheydter Theater: Immer den Schein wahren

„Treppauf Treppab“ unter der Regie von Walter Meierjohann feierte Premiere — und begeisterte die Zuschauer mit viel Witz.

Mönchengladbach. Zum Schluss sind alle zufrieden: Die Zuschauer applaudieren den Akteuren begeistert nach der Premiere von „Treppauf Treppab“ am Freitagabend im Großen Saal des Rheydter Theaters.

Es ist ja auch zu komisch, was die sechs Menschen in der Komödie des englischen Erfolgsautors Alan Ayckburn alles tun, um den Schein zu wahren, mit dem sie sich und ihre Umwelt blenden — und gleichzeitig zu verfolgen, wie leicht der Putz blättert, mit dem sie versuchen, die Risse zu verbergen.

Da ist Roland, der wirklich erfolgreiche Geschäftsmann — und Alkoholiker — , der ein morsches Haus kaufen will. Wie die Freunde versuchen, ihn aufzuwecken und wach zu halten, nachdem sie erkannt haben, dass er auf die vielen Promille auch noch Schlaftabletten genommen hat — das ist wirklich köstlich.

Eine Wahnsinns-Choreografie, die da Adrian Linke als sein Schwager Mark und der Hausverkäufer Leslie, gespielt von Christopher Wintgens, mit Bruno Winzen als Roland vollführen. Das Publikum kommt aus dem Lachen kaum heraus.

Da ist Rolands Frau Elizabeth, die einerseits versucht, der Langeweile in Rolands Haus zu entkommen und der Ansicht ist, an ihr wäre eine elfengleiche Tänzerin verloren gegangen. Wenn Marianne Kittel in dieser Rolle dann ihre Trainingssprünge absolviert, denkt der Zuschauer eher an Rumpelstilzchen und amüsiert sich köstlich.

Wenn es am Ende dem jungen Anwalt Tristam (vielbejubelt Paul Steinbach), der Roland beim Kauf beraten soll, beim Anblick von Kitty (mit wenig Text, aber nicht weniger komisch Helen Wendt als Verlobte Marks) gelingt, sein Stottern und seine Hemmungen zu überwinden und endlich eine sinnvolle Rede am Stück herauszubringen, dann gibt es wenigstens einen Schimmer von Hoffnung am Horizont dieser trostlosen Konstellation und der Zuschauer ist restlos zufrieden.

Dabei hat es das Stück im ersten Akt schwer, in Schwung zu kommen. Das Tempo ist einerseits nicht hoch und die Übergänge in den Dialogen nicht schnell genug. Andererseits ist Mark in seinen Reden so akzentuiert und lebendig, dass es nur als billiger Gag erscheint, dass jeder, der ihm zuhört, einschläft.