Stadt verlegt Flüchtlinge von einer Unterkunft in die nächste

Stadt verlegt Flüchtlinge von einer Unterkunft in die nächste

Die Zahl der Menschen sprengt schon jetzt alle Prognosen.

Im Jahr 2014 kamen fast 203 000 Flüchtlinge nach Deutschland, annähernd 76 000 mehr 2013. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet in diesem Jahr mit bis zu 300 000 Flüchtlingen, die ins Land strömen könnten. Städte und Kommunen wissen kaum noch, wie sie den Ansturm bewältigen sollen.

Nach welchem Schlüssel weist die Bezirksregierung Arnsberg Flüchtlinge zu? Wie viele von ihnen werden nach Gladbach geschickt? „Nach Auskunft des Fachbereichs Soziales und Wohnen gibt es keinen offiziellen Schlüssel, mit dem man bundesweite Prognosen auf die Stadt herunterbrechen könnte“, sagte gestern Stadtsprecher Wolfgang Speen. Allerdings habe das Unternehmen KommConsult als Anbieter von mobilen Unterkünften 2013 eine Prognose entwickelt, wonach für 2014 ein Faktor von 0,00325 für Gladbach gelten sollte, der sich auf 90 Prozent der Einwohner und zehn Prozent der Fläche bezieht. Danach habe sich Mitte 2014 eine Prognose von 852 Flüchtlingen ergeben. „Tatsächlich kamen 838 Flüchtlinge nach Mönchengladbach, so dass die Prognose ziemlich genau zutraf“, sagte Speen.

Sollten 2015 tatsächlich 300 000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen, ergäbe sich für Mönchengladbach eine Zuweisung von 975 Menschen. „Ich bezweifle allerdings, ob diese Zahl in diesem Jahr zutreffen kann, zumal im Januar und Februar bis gestern schon etwa 330 Flüchtlinge nach Mönchengladbach gekommen sind.“

Heute werden die ersten Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle Wanlo (maximal 50 Plätze) untergebracht. Auch in der Turnhalle an der Wilhelm-Strauß-Straße in Rheydt leben derzeit 50 Flüchtlinge. Aber nur noch für eine Woche. Und auch die Halle in Wanlo muss in zwei Wochen schon wieder geräumt werden.

Wohin mit den Menschen? „Wir sind jeden Tag auf der Suche nach neuen Unterkünften“, sagt Speen. Entzerrt werde die Situation erst, wenn die Erstunterbringung im JHQ in Betrieb geht. „Wir gehen davon aus, dass das auf jeden Fall noch in diesem Jahr passiert.“

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