Stadion in Blau, Weiß und Rot

Stadion in Blau, Weiß und Rot

Zum Halbfinale im Gladbacher Borussia-Park kamen kunterbunte Fans.

Mönchengladbach. „Stars and Stripes“ und „Tricolore“ sind an diesem Fußballabend triefend nass. Zum letzten WM-Spiel in Gladbach dominieren Blau, Weiß und Rot das Bild am Borussia-Park. Während es dauerregnet, strömen von allen Seiten Zuschauer zum Stadion.

Der Verkehr auf der Aachener Straße fließt — anders als beim letzten WM-Spiel — kurz vor Anpfiff ohne Probleme. „Ich habe nicht auf den offiziellen Parkplätzen geparkt“, erklärt Torsten Prangels, wie er ein mögliches Verkehrschaos nach dem Spiel umgehen will. Ein Volunteer meint: „Diesmal wird es nicht mehr so schlimm. Einfach, weil weniger Zuschauer kommen.“

Von denen, die da sind ,also rund 30 000, hat mancher noch mal sein Deutschlandtrikot aus dem Schrank geholt. Bei den meisten Fans schlägt das Herz eindeutig für eines der beiden Teams.

„Le Bleu“ verkündet eine Gruppe junger Frauen lautstark. Alle haben das blaue Trikot übergestreift. Die acht Mädels sind morgens aus Straßburg angereist und fahren nach dem Spiel zurück. Nicht nur wegen der „tollen Stimmung“ während der WM wollten sie das Spiel auf keinen Fall verpassen: „Wir spielen alle Fußball in der ersten französischen Liga“, erzählt Pauline Jaeck.

Auch Friedrich Francois hat sich die blau-weiß-rote Tricolore um die Schultern gelegt. Sechs Stunden Busfahrt von Straßburg hat er hinter sich: „Ich sehe einfach gerne Frauenfußballspiele.“

Farbenfroh, gut gelaunt und ideenreich präsentieren sich die Fans des US-Teams. Viele haben Uncle-Sam-Mützen auf. Dawla und Daniel Braunschwieg tragen ihre Stars and Stripes grell geschminkt im Gesicht. Die Frauen aus Los Angeles sind extra zur WM für zwei Wochen nach Deutschland gekommen. Der Regen stört sie nicht: „Wir kommen aus Kalifornien, da haben wir genug Sonne“, sagt Dawla.

„We will win“, sagt der Texaner Tim Suchrue selbstbewusst. Mit seiner Familie lebt er zurzeit in den Niederlanden und wil sein Team live spielen sehen. In der einen Hand den Schirm, in der anderen die US-Fahne, so ist das Ehepaar Bartonitschek aus Rheydt auf dem Weg. Wolfgang Bartonitschek freut sich auf ein spannendes Spiel, auch wenn er lieber die Deutschen im Halbfinale gesehen hätte.

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