Sperrzeit gegen Dauerlärm?

Sperrzeit gegen Dauerlärm?

Die Initiative „Ohren auf!“ legt Ergebnisse zum Lärm in der Altstadt vor.

Mönchengladbach. Eine Karte zeigt nun deutlich, wo Störungsschwerpunkte in der Altstadt sind: Dreiecksplatz Gasthaus-/Heinrichstraße, Ludwigstraße, Gasthausstraße/Geropark und Krichelstraße/Hindenburgstraße.

Hier fühlen sich Anwohner gestört und haben deshalb bei der Lärmumfrage „Ohren auf!“ der Initiative Altstadt mitgemacht. Rund 30 von 600 Fragebogen sind zurückgeschickt worden. „Mehr durfte man nicht erwarten“, sagt Johannes Jansen, Vorsitzender der Initiative Altstadt. Dennoch findet er es schade, dass gerade von der Waldhausener Straße keine Antworten eingegangen sind. Zwar seien die Ergebnisse nicht überraschend. Für die Lösung helfe es doch, die Probleme genau zu kennen, so Jansen.

Die Auswertung zeigt: Der Wegfall der Sperrstunde hat Vor- und Nachteile gebracht. Zwar gibt es nun keine Krawall-Spitze mehr um 5 Uhr morgens, dafür dauert der Krach länger an. Die Störungen nehmen von Mittwoch bis Samstagnacht zu und sind zwischen 2 und 5 Uhr am schlimmsten.

Am Dreieckplatz beklagen Anwohner, dass Kinder morgens Schnapsleichen treffen. Lärmende Besucher gönnen den Anwohnern keine Ruhephase mehr. Im und um den Geropark kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Gaststättenbesuchern auf dem Heimweg, die dann lautstark ausgetragen werden. Manchmal wird die Stimmung aggressiv. Außerdem wird in Hauseingängen uriniert, an Haustüren geklingelt. Auch die Gaststätten selbst sorgen durch offene Fenster, mangelhaften Schallschutz und Lüftungsanlagen für Unmut.

„Mich hat überrascht, dass der Verkehr als so störend empfunden wird“, sagt Jansen. Parksuchende und Taxifahrer sorgen mit lautem Motorengeheul, Türenknallen und Gesprächen für Krach.

Bei einer Diskussion mit rund 20 Altstadtbewohnern wurden bereits einige Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet. So soll die Sperrzeit, die zurzeit zur Probe ausgesetzt ist, wieder diskutiert werden. Das Ende der sperrzeitenfreien Zeit soll das aber nicht zwangsläufig bedeuten. „Das ist ein Instrument. Es gibt aber noch eine Menge andere Maßnahmen“, sagt Jansen. Generell soll es Kontrollen geben, und Vergehen sollen konsequenter geahndet werden.

Der Verkehr sollte in Anwohnerbereichen einschränkt werden und die gesamte Altstadt nur für Anwohner und Lieferanten befahrbar sein, so der Wunsch der Anlieger. Parken in Parkhäusern und der Öffentliche Nahverkehr sollten attraktiver werden. Zudem könnten andere Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Auch eine bessere Beleuchtung wird gefordert.

Zudem soll die Kommunikation verbessert werden. So sollten Beschwerden einfacher vorgebracht werden können, zum Beispiel durch eine Beschwerde-Hotline. Und nicht zuletzt soll den Besuchern deutlich gemacht werden, dass die Altstadt nicht verwahrlostes Gebiet ist. Und der Gemeinschaftssinn soll gestärkt werden.

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