Bundesweiter Warntag So verlief die Sirenen-Probe in Mönchengladbach

Mönchengladbach · Die Handys schrillten in Büros, in Bussen, auf den Straßen und in Klassenräumen. Die meisten Sirenen waren ebenfalls deutlich zu hören. Nur vier blieben stumm.

Mönchengladbach hat 71 Sirenenstandorte. Ein Standort ist die Annaschule in Windberg.

Mönchengladbach hat 71 Sirenenstandorte. Ein Standort ist die Annaschule in Windberg.

Foto: Carsten Pfarr

„Achtung, Ohren zuhalten“, ruft eine Erzieherin, und alle Kinder einer innerstädtischen Kita gehorchen. In der ganzen Stadt wurde es plötzlich laut. So war es auch angekündigt. Bundesweiter Warntag. Auch Mönchengladbach machte mit. Die Warnmeldung, die zentral vom Bund per „Cell Broadcast“ an viele Mobiltelefone verschickt wurde, schrillte auf einigen Handys schon vor 11 Uhr los. Mönchengladbachs Sirenen waren ziemlich pünktlich. Das Fazit der Feuerwehr Mönchengladbach fiel positiv aus: „Der Warntag hat reibungslos funktioniert. In der Leitstelle konnten alle Sirenen technisch ausgelöst werden.“ In den kommenden Tagen werde nun geschaut, ob es noch Rückmeldungen aus der Bevölkerung gibt.

Deshalb beteiligt sich Mönchengladbach am bundesweiten Warntag

Die Feuerwehr nutzt den Probealarm, um die Funktion und Reichweite der bestehenden Sirenenstandorte zu prüfen. Bis März 2022 wurde dies regelmäßig jeden ersten Samstag im Monat gemacht. Immer wieder hatte sich in den vergangenen Jahren herausgestellt, dass einige der neu installierten Sirenen still blieben und nachjustiert werden mussten.

Funktionierten alle Sirenen?

Nein. Von vorneherein war klar, dass drei Heuler still bleiben werden. Die Sirenen am Sportplatz Victoria Mennrath, bei DHL Fashion, Regioparkring 30, und auf dem Amazon-Logistikcenter am Hamburgring 10 sind derzeit nicht in Betrieb, weil die Stadt noch auf die Lieferung von wichtigen Bauteilen wartet. Dazu erreichte die Stadt die Meldung, dass die Sirene am Standort NEW, Voltastraße, nicht zu hören gewesen sei. Das werde nun überprüft.

Seit wann es wieder
Probealarme in der Stadt gibt

Anfang des Jahres 2016 gab es in Mönchengladbach gerade einmal noch zwei Sirenen. Die standen am Flughafen. Alle anderen waren nach Ende des Kalten Krieges abgebaut worden. Im Dezember 2016 wurden die in der Stadt neu installierten Heuler erstmals wieder für einen Probealarm eingeschaltet. Damals gab es noch zwölf Sirenen, sieben Sirenen ertönten in der geforderten Lautstärke, fünf Sirenen lagen unter dem geforderten Wert von 70 Dezibel. Heute hat die Stadt über 70 Heuler, mehr sind vorerst auch nicht geplant. Die regelmäßigen Heultage in der Stadt gab bis März 2022.  Da wurde auf den Probealarm wegen des Ukrainekriegs verzichtet. Seitdem nimmt die Stadt nur noch an den bundes- und landesweiten Warntagen teil. Für mehr Proben sehe man keine technische Notwendigkeit, wie ein Stadtsprecher erklärte.

Gab es Beschwerden?

Die kommen immer vor, wenn auch nur vereinzelt, sagte der Stadtsprecher. Schon beim ersten Probealarm in der Stadt war die Bitte an die Feuerwehr herangetragen worden, den Probealarm zeitlich nach hinten zu verlegen, weil man „am Wochenende gerne länger schläft“. Auch dieses Mal erreichten die Stadt Kommentare wie: zu laut, zu leise, muss nicht sein.

Wann werden
die Sirenen ausgelöst?

Außer an den Probealarm-Tagen ertönen die Sirenen bei sogenannten Großschadensereignissen oder in Krisenfällen wie bei Chemieunfällen, Unwettergefahren, Großbränden oder bei terroristischen Anschlägen zur flächendeckenden Information der Bevölkerung.  Im Ernstfall können auch einzelne Stadtteile selektiv alarmiert
werden.

Was muss man bei einem Sirenenalarm im Ernstfall tun?

Gebäude aufsuchen, Türen und Fenster schließen, das Radio oder den Fernseher einschalten, Informationen im Internet abrufen (notfallmg.de), Nachbarn im Haus informieren, Smartphone beachten.

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