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So sieht die Öffnungsstrategie von Krefeld und Gladbach aus

Bewerbung als Testkommunen : So sieht die Öffnungsstrategie von Krefeld und Gladbach aus

Zusammen mit Krefeld entwickelte Mönchengladbach Konzepte für risikoarme Besuche von Konzerten, Theaterstücken und Sportveranstaltungen. So könnte das aussehen.

Ein Konzert besuchen, ins Theater gehen, im Fußballstadion für eine Mannschaft fiebern – das soll in Mönchengladbach wieder möglich werden. Die Stadt hat sich gemeinsam mit Krefeld als „Modellkommunen zur Erprobung von Konzepten für pandemiekonforme Öffnungsperspektiven“ bei der nordrhein-westfälischen Landesregierung beworben. Viel Zeit zur Vorbereitung blieb nicht. Binnen 24 Stunden mussten Ideen vorgelegt werden, die vor allem auch auf digitalen Lösungen fußen. Krefeld und Mönchengladbach haben daraufhin Konzepte für die beiden Bereiche Kultur/Theater und Sport entwickelt, für Veranstaltungen, bei denen sich mögliche Infektionsketten gut zurückverfolgen lassen. Und so könnten nach den Vorstellungen beider Kommunen coronakonforme und risikoarme Öffnungsstrategien aussehen:

Theater- und Konzertbesuche

In den beiden Häusern des Theaters Krefeld/Mönchengladbach würden geeignete Veranstaltungen ausgewählt, die nicht länger als 90 Minuten dauern und deshalb ohne Pause stattfinden können. Die Abstandsregelungen im Saal werden vor dem Hintergrund der Virus-Mutationen mit höherem Ansteckungsrisiko überprüft. Zutritt erhalten nur Besucher mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als
24 Stunden ist. Das Service-Personal wird die entsprechenden Zugangsvoraussetzungen beim Einlass gegen Vorlage des Testergebnisses und eines Personaldokuments prüfen. Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz für die gesamte Verweildauer im Saal ist verpflichtend. Die bestehenden Hygienekonzepte sollen auf Basis des aktuellen Erkenntnisstandes der wissenschaftlichen Begleitung des Landes nochmals geprüft und notfalls erweitert werden. Zwar haben die Bühnen, Zuschauerräume und Foyers aller Spielstätten bereits eine Lüftungs-Klimaanlage, die für einen kontinuierlichen und ausreichenden Luftaustausch sorgen. Dennoch soll es eine ergänzende Analyse der räumlichen Situation geben. Dafür konnten die Städte das Institut für Modellbildung und Hochleistungsrechnen (IMH) der Hochschule Niederrhein gewinnen.

Eine einfache Rückverfolgbarkeit der Besucher bis zum Sitzplatz erfolgt digital über das Ticketvergabesystem der Theaterkassen. Zur Sicherung des Nachlaufs der Veranstaltung sollen die Besucher außerdem verpflichtet werden, sich in den zwei Wochen nach dem Besuch zwei Tests zu unterziehen.

Fußballspiele im Borussia-Park

Borussia Mönchengladbach richtete im Stadion im Borussia-Park das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte aus und hat bereits Erfahrungen mit der Wiederzulassung von 300 bis 10 800 Zuschauern gemacht. Durch die Optimierung des Ticketsystems kann der Verein die Rückverfolgbarkeit für das gesamte Stadion sicherstellen und dazu einen virtuellen Sitzplan erstellen. Ebenso gibt es rein digitale Tickets, so dass der Einlass kontaktarm stattfinden kann. Dazu wurden alle Drehkreuze im Eingangsbereich umgerüstet. Die Sitzplätze können verschieden mit variablen Abständen angeordnet werden. Borussia Mönchengladbach würde einen Modellversuch von der AOK Rheinland/Hamburg und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf begleiten lassen und an der kurzfristigen Entwicklung eines Konzepts zur teilweisen Wiederzulassung von Zuschauern bei Sportveranstaltungen mitwirken. Eine Nachtestung aller Besucher könnte durch das Verteilen von Selbsttests an die Zuschauer abgewickelt werden.

Testmöglichkeiten

Im Stadtgebiet von Mönchengladbach gibt es bereits 70 Teststellen. Aktuell hat der Betreiber Medican auf dem Kundenparkplatz von Möbel Schaffrath an der Theodor-Heuss-Straße ein neues Corona-Testzentrum eröffnet. Und das neue Corona-Schnelltest-Zentrum „Covida“ geht am Samstag in Schelsen am Gartencenter Lenders an der Start und testet auch über die Ostertage.

(gap)