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Schulen zeichnen Internet-Surfen auf

Schulen zeichnen Internet-Surfen auf

Immer häufiger werden personenbezogene Daten gespeichert.

Mönchengladbach. Die Oberstufenschüler der Gesamtschule Mülfort werden Spuren hinterlassen. Ihre Schule speichert die von Schul-Computern aus aufgerufenen Web-Seiten. Die Schüler erhalten in den nächsten Wochen ein eigenes Benutzerkonto für die Rechner. Die Internet-Aktivitäten der Schüler werden aufgezeichnet. So kann nachvollzogen werden, wann wer eine Webseite besucht hat.

„Wir können so überprüfen, ob die Computer nur für schulische Zwecke genutzt werden“, sagt Lehrer Lutz Müller. Die private Nutzung ist untersagt. Es müsse die Möglichkeit geben, so Müller, Schüler zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie geltendes Recht brechen. Beispielsweise, wenn sie illegal Musik herunterladen. Ohne Daten zu speichern könne kein Internet-Zugang angeboten werden, da die Schule hafte. Auch deshalb sind tausende Webseiten für die Schüler gesperrt.

Der eigentliche Grund für die speziellen Zugänge sei jedoch ein anderer: „Den Schülern wird ein eigener Speicherbereich im Netzwerk ermöglicht, zum Beispiel für ihren Lebenslauf“, sagt Müller. An den Computern könne so auch gearbeitet werden, wenn kein Lehrer die Jugendlichen beaufsichtige. Zirka zehn Tage werden die Aufzeichnungen gespeichert.

Nico Kern von der Piraten-Partei Gladbach sieht darin einen Einschüchterungseffekt. „Es schränkt den Gedanken des freien Lernens ein.“ Schülersprecher Tobias Weber-Czekalla hingegen hält Konten und Speichern für notwendig. „Ich werde eher darüber nachdenken, ob ich das Netz privat nutze. Eingeschüchtert fühle ich mich nicht.“ Private Dokumente werde er nicht speichern, weil ein Missbrauch möglich sei.

Rechtlich handeln die Mülforter korrekt: „Generell ist das Speichern zulässig, wenn Schüler aufgeklärt werden und das Verfahren transparent ist“, sagt Bettina Gayk, Pressesprecherin des Landesdatenschutzbeauftragten NRW. In Mülfort werden Schüler und Eltern informiert und müssen schriftlich ihr Einverständnis geben.

Das Gymnasium Odenkirchen und die Gesamtschule Hardt verfahren ähnlich. Jedoch werden die besuchten Webseiten hier bis zum Ende des Schuljahres gespeichert.