Schüler blicken in die Zukunft

Schüler blicken in die Zukunft

Beim Kompetenzcheck erkennen Schüler, welcher Beruf für sie in Frage kommt.

Mönchengladbach. So ganz überrascht ist Sarah Schmitz nicht von dem Ergebnis ihres Tests: "Ich soll den Beruf machen, den ich mir vorher auch vorgestellt habe", sagt die 15-Jährige. Weil sich die Neuntklässlerin an der Katholischen Hauptschule Rheindahlen für fremde Länder interessiert, ist für sie Reiseverkehrskauffrau der Traumjob. Karoline Schaack hat durch den Test gelernt, dass der Beruf der Bürokommunikationskaufrau genau zu ihren Fähigkeiten passt. Bewerber müssen etwa "flexibel sein und Interesse für den Computer mitbringen", erklärt die Schülerin.

Für Willi Winkens haben Sarah und Karoline damit ein wichtiges Ziel erreicht: "Es geht für die Schüler darum, schon frühzeitig zu erkennen, welche Beruf für sie in Frage kommen", sagt der Studien- und Berufswahlkoordinator (StuBo) an der Rheindahlener Hauptschule. Seit Mitte September nehmen die 70 Neuntklässler seiner Schule an dem Projekt "Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten" teil, das das NRW-Schulministerium weiterführenden Schulen anbietet.

Im vergangenen Schuljahr hat Winkens für seine Schüler aus dem Angebot von zehn verschiedenen Modulen bereits das Berufsorientierungsbüro ausgewählt. Mit dem Kompetenzcheck will der Pädagoge die Jugendlichen bei ihren ersten Schritten in Richtung Berufswahl unterstützten: "Zunächst sollen sie sich orientieren, dann entscheiden und schließlich bewerben", so der StuBo.

Finanziert wird das Projekt unter anderem von der Bundesagentur für Arbeit. Außerdem hat sich die Schule für die Kosten von 5000 Euro Unterstützung ins Boot geholt. Das Unternehmen HR-Matic aus Köln hat den Berufsfindungstest mit den Schülern durchgeführt und betreut. In den folgenden Wochen konnten sich die Jugendliche dann über ihr empfohlenes Tätigkeitsfeld informieren und ihre Ergebnisse abschließend präsentieren.

Karoline hat sich im Büro einer Taxizentrale schon eine Praktikumstelle für ihren Traumjob besorgt. Für soviel Engagement gibt es gute Noten von Andreas Milka. Seit 14 Jahren begleitet der Mitarbeiter der Agentur für Arbeit die Rheindahlener Schüler beim Berufswahlprozess. Er weiß, dass gerade für Hauptschüler in den letzten Jahren die Spange zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und der Qualität ihrer Schulabschlüsse weiter auseinander gegangen ist: "In einem gut gewählten Praktikum können die Ausbildungssuchenden potentielle Arbeitgeber mit Fähigkeiten wie Zuverlässigkeit oder Genauigkeit überzeugen", sagt der Berufsberater.

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