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Schlaflabor im Franziskushaus: Im Einzelzimmer Ehen retten

Schlaflabor im Franziskushaus: Im Einzelzimmer Ehen retten

In das Schlaflabor im Franziskushaus wurden Millionen Euro investiert.

Mönchengladbach. Was „normal“ ist, kann in Sachen Schlaf nicht eindeutig definiert werden. „Da können vier Stunden normal sein und bei anderen zehn“, sagt Anke Heinemann, Oberärztin im neuen Schlaflabor im Franziskushaus an der Viersener Straße. Beim Schlaf zählt das subjektive Empfinden. „Wenn man sich nach vier Stunden Schlaf erfrischt fühlt, ist alles in Ordnung“, sagt sie.

Es kann aber auch sein, dass der Schlaf des Partners nicht erholsam ist, weil sein Nebenan schnarcht oder dessen Atemaussetzer beängstigend sind. „Ich glaube, wir retten die eine oder andere Ehe“, sagt sie schmunzelnd.

Ein bis zwei Nächte bleiben Betroffene im Labor. „Weil man in der ersten Nacht im Krankenhaus nie so schläft wie normal“, erklärt die Medizinerin. Damit sich Patienten leichter eingewöhnen, gibt es nur noch Einbettzimmer. „Und wir sind in einem ruhigen Trakt untergebracht“, sagt Professor Jean Haan, als Chefarzt der Neurologie auch zuständig für neun der Schlaflaborplätze. Sieben gehören zur Pneumologie, die ihre Plätze bislang im St. Kamillus-Krankenhaus hatte.

Zur Verkabelung der Patienten gehört, dass Geräte für Elektroenzephalografie (EEG) und Elektrokardiogramme (EKG) angelegt werden. Eine Sonde unter der Nase misst den Atem. Eine unter den Augen die Traumphasen. Eine am Kinn, ob der Patient mit den Zähnen knirscht, und zwei an den Beinen, ob diese zucken und das Symptom der sogenannten „rastlosen Beine“ vorliegt. Ein Gurt um Bauch und Brust misst die Tiefe der Atemzüge.

Die ganze Zeit läuft eine Kamera mit, um Schlafwandeln oder Sprechen im Schlaf zu dokumentieren. Bei Menschen, die sich tagsüber zu schläfrig fühlen, wird die Untersuchung über den Tag ausgedehnt. „Die müssen dann viermal am Tag in einem abgedunkelten Zimmer eine halbe Stunde lang schlafen“, sagt Heinemann. Wer innerhalb von ein bis zwei Minuten einschläft, leidet womöglich unter Narkolepsie. Er nickt unkontrollierbar und in völlig unpassenden Situationen ein. „Das sind oft junge Menschen, die verzweifelt Hilfe suchen“, so Heinemann.

Tagsüber werten Ärzte der Neurologie oder der Pneumatologie die Aufzeichnungen der Nacht aus. „In 80 Prozent bekommen wir einen handfesten Befund“, sagt sie.