Rettung geplatzt: Beines macht Schluss

Rettung geplatzt: Beines macht Schluss

Rheydt: Der bekannte Textilveredler schließt zum Jahresende. 42 Mitarbeiter erhalten Kündigung. Investor sprang ab.

Nach 176 Jahren ist Schluss. Einer der wenigen in Deutschland verbliebenen Textilveredler, die traditionsreiche Firma Wilhelm Beines Söhne GmbH & Co. KG in Rheydt, schließt zum Jahresende seine Tore. 42 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Noch vor wenigen Tagen hatte es optimistisch geheißen, ein Niederländer, Kunde bei Beines, steige an der Bachstraße ein und investiere rund eine Million Euro. Die geschäftsführenden Gesellschafter, die Gebrüder Dieter (66) und Horst (63) Beines, sagen: "Das alles tut sehr, sehr weh."

Warum der Holländer, der sich an der Weiterentwicklung des in der Insolvenz steckenden Familienbetriebs beteiligt habe, Nein sagte, dazu gab es keine Informationen. Möglicherweise lag es am Geld. Am vergangenen Donnerstag hat er laut Dieter Beines die Kontakte abgebrochen - nachdem er mit den Brüdern noch einen Messe-Auftritt in München vorbereitet und sich vor der Belegschaft bereits als neuer Chef präsentiert hatte.

Die übrig gebliebenen Mitarbeiter - viele Ältere, die lange dabei sind und manche Berg- und Talfahrt bei Beines miterlebt haben - reagierten tief enttäuscht. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Heinrich Friedhoff erhalten sie jetzt die Kündigung. Produziert werde bis Jahresende. Dann übernehme die Gladbacher Sparkasse den Firmen-Komplex. Sie ist Hauptgläubiger. Dieter Beines äußerte sich über das Verhalten des Geldhauses nicht negativ.

Beines hat 2006 eine "Insolvenz in Eigenverantwortung" mit Erfolg überstanden. Ende Mai stellten die Gesellschafter erneut Insolvenzantrag. Der Preisverfall durch die massive Konkurrenz in Fernost und deutlich gestiegene Rohstoffpreise z.B. für Seide hätten nicht länger aufgefangen werden können.

Neben dem Schwerpunkt Stoffe für Damenoberbekleidung hatte Beines 2009 die Produktion einer anderen Druckerei für Möbel- und Gartenmöbelstoffe erworben.

Zuletzt hatten die Mitarbeiter auf das Weihnachtsgeld verzichtet.