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Pony-Zwerg als Flaschenkind

Pony-Zwerg als Flaschenkind

Weil seine Mutter bei einem Unfall starb, hätte Pumba beinahe auch nicht überlebt. Aber Sandra Busch half.

Mönchengladbach. Er ist gerade mal so groß wie ein Schäferhund und so schwer wie ein Kasten Cola — doch der kleine Pumba hat sie alle um die Finger, Hufe oder Pfoten gewickelt. Das zwei Monate alte Minishetlandpony-Fohlen ist der Star in einem Lürriper Reitstall.

Rund um die Uhr kümmern sich die Zwei- und Vierbeiner dort um den kleinen Hengst: Schäferhündin Luna weicht ihm bei Erkundungstouren über den Hof nicht von der Seite. Pferde-Kumpel Monty krault ihm liebevoll die Mähne. Und dann ist da noch „Adoptivmama“ Sandra Busch.

Sandra Busch, Adoptivmama eines Mini-Shetlandponys

Die 21-jährige tiermedizinische Fachangestellte hat tagelang alles versucht, um den kleinen Kerl mit der Flasche großzuziehen. Ohne ihren Einsatz wäre Pumba nicht mehr am Leben.

Denn Pumbas Mutter starb vor ein paar Wochen bei einem Unfall. „Mein Chef rief mich an und erzählte mir von Pumbas Schicksal. Es musste sofort eine Ziehmutter gefunden werden. Der Kleine braucht alle zwei Stunden Milch. Da musste ich nicht lange überlegen“, erzählt Sandra Busch.

Die Tierfreundin suchte gar nicht erst nach einer Transportmöglichkeit für das Mini-Pony, sondern packte es kurzerhand in den Kofferraum ihres Smarts. „Wir haben ihn für alle Fälle festgebunden. Aber er war ganz brav und hielt still, ihm schien die Fahrt sogar Spaß zu machen“, erinnert sie sich.

In den ersten Tagen musste Sandra Busch um ihren Schützling bangen. „Er war scheu, wollte einfach nicht richtig fressen und suchte seine Mutter“, sagt sie. Doch mit viel Liebe, Geduld und Fürsorge schaffte sie es, dass aus dem Kleinen ein lebhaftes Pony-Baby wurde. „Pumba frisst mit viel Appetit sein Fohlenmüsli, das er bekommt, weil er die Flasche nicht angenommen hat. Er hat mittlerweile eine richtige kleine Wampe und ist richtig vorwitzig, schnappt den großen Pferden die Brötchen weg und zwickt sie in die Beine.“

Nachts schläft Pumba in einer Pferdebox, tagsüber darf er mit den Hofhunden frei herumlaufen. „In ein paar Wochen kommt er zu den anderen Ponys auf die Weide“, sagt Sandra Busch. Wenn Pumba ausgewachsen ist, wird er kaum größer als einen Meter sein. Doch für seine „Fans“ ist er schon jetzt der Größte.