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Pokern: Flush und eine Portion Glück

Pokern: Flush und eine Portion Glück

In Geneicken spielten mehr als 80 Teilnehmer. Geld spielte jedoch keine Rolle, sagten sie.

Mönchengladbach. „Mich reizt am Pokern, dass es kein Zocken, sondern ein echter Denksport ist“, sagt Sebastian Schlüter. Der 17-jährige Düsseldorfer war der jüngste Teilnehmer am „NRW-Team-Cup“, den der „Texas Hold’em Club“ (THC) am Sonntag in seinem Vereinslokal „Denk Mal“ in Geneicken veranstaltet hat. „Immer mehr Jugendliche interessieren sich für das Pokern. Durch das Internet kommen sie damit früh in Kontakt“, sagt Stephan Holten, Vorsitzender des THC Mönchengladbach.

81 Teilnehmer aus acht Vereinen waren gekommen, um in rund acht Stunden den Sieger zu ermitteln. Geld spielte dabei keine Rolle. Die Einsätze bestanden ausschließlich aus Spielchips. Für Holten und seine 50 Vereinskameraden ist Pokern mehr als ein Glücksspiel. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich der Erfolg durch die Wahrscheinlichkeitsrechnung beeinflussen. Anhand der noch nicht ausgespielten Karten lässt sich errechnen, wie hoch die Chance ist, eine bestimmte Kombination wie die „Straße“ (fünf Spielkarten in Reihenfolge) oder den „Flush“ (fünf Karten einer Farbe) in die Hand zu bekommen.

Neben Mathematik sei gute Menschenkenntnis wichtig. „Man muss die Mitspieler beobachten, ihr Verhalten ,lesen’ können und ihre Bewegungen genau verfolgen“, sagt Holten. Wenn ein Spieler beispielsweise plötzlich seine Spielchips anders auf den Tisch schiebe als sonst, lasse das Rückschlüsse auf sein Blatt zu. Wie wichtig es ist, das Verhalten der Gegner genau zu beobachten, hat die Norwegerin Annette Obrestad bewiesen. Sie gewann ein Turnier mit 180 Teilnehmern, obwohl sie nur ein einziges Mal ihre Karten angesehen hatte.

Pokern im Internet ist für echte Fans des Spiels kein Thema. Das liegt vor allem daran, dass sie dort das Verhalten der anderen Spieler nicht beobachten und interpretieren können. Winfried Botta aus Schiefbahn nahm für den THC am Turnier teil. Der 61-Jährige kam vor sieben Jahren in Amerika zum ersten Mal mit Pokern in Berührung. „Mich reizt es, dass langfristig nicht nur Glück entscheidet. Allerdings kann man ohne eine Portion Glück kein Turnier gewinnen“, sagt der älteste Teilnehmer des Turniers.

Der Name des Vereins entstand aus einer bestimmten Spielart des Pokerns, bei der jeder Spieler anfangs zwei Karten und eine bestimmte Zahl an Spielchips erhält, mit denen er Pflichteinsätze durchführen muss.

Wer Pokern lernen möchte, kann zweimal kostenlos an einem Vereinsabend teilnehmen. Mitgliedern werden Einsteiger- und Aufbauseminare angeboten, sagt der Vorsitzende. Mehr unter

www.thcmg.de