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Oberleitung kaputt: Eine Stunde im Zug eingesperrt

Oberleitung kaputt: Eine Stunde im Zug eingesperrt

Die S 8 blieb im Bahnhof, bis sie gesichert war. Weitere Probleme hatte ein RE 8 wegen des Unwetters.

Mönchengladbach. Die Fahrgäste einer S-Bahn der Linie 8 haben am Samstagmittag im Hauptbahnhof Gladbach eine Stunde lang in ihrem Zug ausharren müssen, weil eine Oberleitung heruntergefallen war. Das Stromkabel landete gegen 13.50 Uhr genau auf der S-Bahn. Sofort wurde der Bahnsteig gesperrt. Der Lokführer hielt die Türen zur Sicherheit geschlossen. Die Fahrgäste wurden per Lautsprecher-Durchsagen über die bestehende Gefahr im und am Zug sowie auf dem Bahnsteig informiert.

Das Kabel, das auf der Mitte des Zuges lag, konnte erst entfernt und die Fahrgäste befreit werden, nachdem der Notfallmanager der Deutschen Bahn den Strom abgeschaltet und die Oberleitung geerdet hatte.

Dazu gibt es lange gebogene Stangen, die mit Drahtseilen an den Schienen geerdet und über die Oberleitung gelegt werden, falls nach dem Abschalten noch Spannung durch Induktion vorhanden sein sollte. Zur Sicherheit war auch die Feuerwehr alarmiert worden. Sie wurde aber zum Glück nicht gebraucht. Es wurde niemand verletzt.

Wieso die Oberleitung herunterfiel, sei derzeit noch nicht klar, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin gestern auf Anfrage der Westdeutschen Zeitung. Es stehe auf keinen Fall im Zusammenhang mit dem Unwetter vom Wochenende.

Durch einen Blitzeinschlag war dabei nämlich auch eine Oberleitung auf der Strecke des Regionalexpress RE 8 (Mönchengladbach-Köln-Bonn-Koblenz) beschädigt worden. Von Freitagabend an war der Zugverkehr dieser Linie in beide Richtung zwischen Mönchengladbach und Grevenbroich unterbrochen. Es wurden als Ersatz für die Reisenden Busse zwischen den Bahnhöfen eingesetzt.

Erst um 22.20 Uhr am Samstag konnten die Züge wieder planmäßig auf dieser Strecke fahren. Die Deutsche Bahn bat ihre Kunden „um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten“.