Obdachlose schlafen nicht mehr im hässlichen Bunker

Obdachlose schlafen nicht mehr im hässlichen Bunker

Die Diakonie schafft mit Hilfe der Stadt eine neue Bleibe für Männer.

Mönchengladbach. Der „Bunker“ an der Erzbergerstraße ist Geschichte. Seit Freitag finden obdachlose Männer in der „Notunterbringung“ an der Jenaer Straße 7 jeweils von 19 bis 7 Uhr eine Bleibe für die Nacht. Übernachtet wird in hellen, mit Fenstern ausgestatteten Räumen, die 15, im Notfall 30 Plätze zum Schlafen bieten.

In den Regalen stapeln sich Bettwäsche, Handtücher und frische Kleidung. Außerdem stehen ein Gemeinschaftsraum, Toiletten, Dusch-Möglichkeiten und eine Küche zu Verfügung.

Die alte Unterkunft war fensterlos, die jahrelange Unterbringung dort menschenunwürdig. Es habe sich bereits herumgesprochen: „Die neue Unterkunft ist viel besser“, erzählt Brigitte Bloschak, Fachbereichsleiterin des Diakonischen Werks.

Seit 1976 hatte die Stadt den ehemaligen Bunker vom Bund angemietet und als Unterkunft für Wohnungslose genutzt. Diese Aufgabe übergibt sie mit dem Umzug in die neue Immobilie im Rahmen einer Leistungsvereinbarung in die Hände der Diakonie. Entstanden ist dabei ein bisher in dieser Stadt „eher seltenes Kooperationsmodell zwischen öffentlicher und privater Wohlfahrtspflege“, sagt Heinz Herbert Paulus, Geschäftsführer des Diakonischen Werks.

Beide bisher im „Bunker“ tätigen städtischen Hausmeister würden weiterbeschäftigt. Die Lösung sei ein „Glücksfall für die Stadt“, sagt Will Houben, Leiter des Stadt-Fachbereichs Soziales. Schon lange habe man nach einer stadtnahen Ersatzimmobilie gesucht und sie jetzt direkt am Tagestreff Erzbergerstraße gefunden: „Auch die Nähe zum Bahnhof ist optimal“, sagt Bloschak.

Umgebaut wurde seit anderthalb Jahren. Rund 200 000 Euro investierte der Wohlfahrtsverband in die ehemalige Lagerhalle.

Die Notunterkunft sei neben Tagestreff, Beratungsangebot, Streetworkern und Krankenpflege „ein wichtiger Baustein in der Obdachlosenarbeit der Diakonie“, so Paulus. Das Schlafangebot sollte nur eine Übergangslösung sein: „Unser Ziel ist es, die Notsituation der Obdachlosigkeit aufzulösen und die Normalität einer festen Unterkunft herzustellen“, sagt der Geschäftsführer. Die Diakonie leiste Hilfestellung sowohl bei der Suche als auch bei der Finanzierung einer Wohnung und hält im Stadtgebiet 45 betreute Unterkünfte für obdachlose Menschen bereit. Deren Anzahl ist offiziell nicht bekannt.