1. NRW
  2. Mönchengladbach

Notunterkunft: Hier ist immer ein Bett frei

Notunterkunft: Hier ist immer ein Bett frei

Seit 99 Tagen ist die Notunterkunft an der Jenaer Straße geöffnet. Eine erste Bilanz.

Mönchengladbach. Die Wände sind weiß gestrichen, in den kleinen Zimmern stehen Doppelstockbetten, auf denen sich die Habseligkeiten der Bewohner stapeln. Dosen, Sonnenbrille, Schuhe, Plastiktüten, Koffer. Es gibt frisch geflieste Duschen und Toiletten, eine Küche, einen Aufenthaltsraum und sogar einen kleinen, bepflanzten Innenhof. Die Notunterbringung für wohnungslose Männer an der Jenaer Straße macht einen freundlichen Eindruck. „Sie wird gut angenommen“, sagt Brigitte Bloschak vom Diakonischen Werk, das die Einrichtung betreibt.

Seit 99 Tagen ist die Notunterkunft jetzt in Betrieb. Durchschnittlich elf wohnungslose Männer übernachten hier. Unterzubringen wären bis zu 30. Die neuen Räumlichkeiten ersetzen den alten Bunker an der Erzbergerstraße, der seit 1976 als Notunterbringung diente. „Der Bunker war nicht mehr zeitgemäß, die Unterbringung dort nicht mehr vertretbar“, sagt Sozialdezernent Michael Schmitz.

Die neuen Räume liegen nur etwa 50 Meter vom alten Bunker entfernt. Die Diakonie hatte das Haus Nr. 5 in der Jenaer Straße lange als Beratungsstelle genutzt, jetzt wurde es gemeinsam mit dem Nachbarhaus für rund 200 000 Euro zur Notunterbringung umgebaut. „Eine hundertprozentige Verbesserung gegenüber dem Bunker“, findet Heinz Herbert Paulus, Geschäftsführer des Diakonischen Werks.

Das Diakonische Werk Mönchengladbach betreibt die Notunterkunft im Auftrag der Stadt. „Die Diakonie verfügt über ein umfassendes Beratungsangebot und über gute Verbindungen zum Klientel“, erklärt der Sozialdezernent seine Wahl. Paulus: „Wir können jetzt eine durchgängige Hilfe anbieten, von der ersten Unterbringung über die Beratung bis hin zu Beschäftigungsmöglichkeiten.“

Bei aller Freude über die neuen Räume: Die Notunterkunft soll eine Notlösung bleiben. „Innerhalb von zwei bis drei Wochen sollten wir in der Beratungsstelle andere Lösungen finden“, sagt Brigitte Bloschak. In der Beratungsstelle müssen sich die wohnungslosen Männer auch den Berechtigungsschein für die Übernachtung holen. So ist sichergestellt, dass die weitergehenden Hilfsangebote die Betroffenen auch erreichen.