Neue Häuser – jetzt billiger

Neue Häuser – jetzt billiger

Nach deutlicher Kritik dreht die Stadtfirma EWMG jetzt an der Preisschraube. Einfamilien-Heime sind zwar weiterhin möglich, aber nun auch mehr Reihenhäuser.

Rheindahlen. Konrad Ohoven ärgert sich. "Wir haben es versäumt, dass gerade junge Familien hier zu Preisen von rund 200.000 Euro bauen können. Die sind dahin abgewandert, wo es billiger ist", sagt der CDU-Politiker in der Bezirksvertretung Rheindahlen.

Bei der Stadtentwicklungsgesellschaft EWMG kennt man das Problem mit dem Neubaugebiet "Fife Barracks", einer ehemaligen Militärfläche entlang der Gladbacher Straße gegenüber dem Fan-Haus der Borussen.

Wie saures Bier hat man in den vergangenen Jahren die zu groß angelegten Parzellen bei Privatleuten wie bei Bauträgern angeboten. Doch die Resonanz für die größtenteils Einfamilienhaus-Flächen war gleich Null. Weil viel zu teuer.

Bei der EWMG, die das geräumige Areal für mehr als drei Millionen Euro von der Stadt gekauft hat, spricht man längst von Vermarktungsfehlern. Und hat offenbar aus den Fehlern gelernt.

Der bisherige Bebauungsplan ist vom Tisch. Einfamilien-Heime sind zwar weiterhin möglich, aber nun auch mehr Reihenhäuser. Die Grundstücke wurden verkleinert, teure Erschließungen und Regenwasserversickerungen auf ein vor allem kostengünstigeres Maß gestutzt. Folglich wurde die Anzahl von 115 auf 125 Wohneinheiten erhöht.

Im neuen Bebauungsplan, den die Bezirksvertretung Rheindahlen absegnete, ist auch kein Kindergarten mehr vorgesehen. Wohl aber eine 3,15 Meter-Lärmschutzwand an der Gladbacher Straße.

Auf die hätte man verzichten können, wenn man zur Straße Gewerbe angesiedelt hätte, sagt SPD-Ratsherr Thomas Fegers. Doch es soll ein reines Wohngebiet werden, sagt CDU-Ratsfrau Elke Hermanns.

Wegen gelifteter Strukturen fürs neue Viertel zahlt der Interessent künftig rund 60.000 Euro für ein 300 Quadratmeter großes Grundstück. Kleinere Flächen sind bei einem Bodenrichtwertpreis von 205 Euro/Quadratmeter natürlich billiger.

Etwa 50.000 Quadratmeter stünden zum Bebauen, für Straßen usw. zur Verfügung. Das auch Dahlener Heide genannte Gebiet ist nicht frei von Altlasten, einige wurden bereits beseitigt.

Die Fife Barracks zwischen Gladbacher Straße, "An den Flachsgruben", westlich der Dahlener Heide erwarb die Stadt in den 90ern im Grundstückspaket mit dem Nordpark vom Bund.

Mehr von Westdeutsche Zeitung