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Monforts: Unternehmen hat „kräftiges Auftragsplus“

Monforts: Unternehmen hat „kräftiges Auftragsplus“

Insbesondere die Märkte im Osten Europas will „Monforts neu“ mit seinen Drehmaschinen weiter erschließen.

Mönchengladbach. Ein Trio strahlt. Und Philipp Kampel, Jörg Hartwig und Anselm Oßenkamp, die neue Führungsriege beim Werkzeugmaschinenbauer Monforts an der Schwalmstraße, haben offenbar allen Grund dazu. Nach der Insolvenz 2010 und der zermürbenden Investorensuche meldete das frühere Familienunternehmen Monforts jetzt „ein kräftiges Auftragsplus, das Arbeitsplätze sichert“.

Derzeit sind es 125 Mitarbeiter in Gladbach, 70 Beschäftigte im Werk Bulgarien, wie ein Firmensprecher sagt. Erfreulich: Von den 200 Betroffenen der Monforts-Pleite erhielten mit dem neuen alleinigen Anteilseigner — dem St. Petersburger Industrieunternehmen Kirovsky Zavod — viele Ehemalige eine neue berufliche Chance.

Nahezu täglich stelle man neue Leute ein, berichtet Kampel. Reimund Strauß von der IG Metall sagt: „Bei Monforts wird Tariflohn gezahlt.“ Das war zu Zeiten der Krise nicht der Fall, berichtet der Gewerkschafter.

„Wir haben gegenüber dem Krisenjahr 2009/2010 unsere Auftragseingänge um 126 Prozent gesteigert“, sagt Geschäftsführer Kampel. Monforts ist eigenen Angaben zufolge vor allem in zukunftsträchtigen Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Windenergie und der Keramikbearbeitung gefragt. Nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit Technologie- und Forschungspartnern.

Besonders stolz scheint man auf die „RNC 400 Laserturn“ zu sein. Das große Exemplar kann Werkstücke zwischen dem Weich- und dem Hartdrehen per Laser in der Maschine härten.

Umgespannt werden muss nicht mehr. Insbesondere die Märkte im Osten Europas will „Monforts neu“ mit seinen Drehmaschinen weiter erschließen. Das hatten die Kirovsky-Leute bei ihrem Gladbacher Einstieg besonders hervorgehoben.

Im Mai vor knapp zwei Jahren unterzeichneten der bisherige Monforts-Mehrheitsgesellschafter, die Krefelder Jagenberg AG, und Vertreter von Kirovsky den entscheidenden Vertrag. Dann stiegen die Russen im Zuge einer Kapitalerhöhung (ein angeblich zweistelliger Millionen-Betrag) mit 51 Prozent ein. Daraus sind laut Kampel nun 100 Prozent geworden.

Monforts war vor Jahren ein großes und selbstbewusstes Familienunternehmen. Die früher ebenfalls zur Gruppe gehörende Eisengießerei EGM machte vor kurzem die Schmelzöfen aus.