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Mönchengladbach: Zu wenig Bushaltestellen sind barrierefrei​

Verkehr in Mönchengladbach : Kaum barrierefreie Bushaltestellen

Der Umbau von Haltestellen kommt in der Stadt nur langsam voran. Woran das liegt.

(cwe) In der Vitusstadt sind aktuell nur 314 von 1159 Teil- und Richtungshaltestellen für Busse barrierefrei. Das teilt die Verwaltung in einem Bericht mit, der diese Woche dem Ausschuss für Umwelt und Mobilität vorgelegt wird. Eigentlich sollte nach dem Personenbeförderungsgesetz bis zum 1. Januar 2022 der gesamte öffentliche Nahverkehr in der Stadt barrierefrei ausgebaut werden. In Mönchengladbach kommt der Umbau trotz Ablauf der Frist weiterhin zögerlich voran: Seit November 2019 wurden lediglich 105 Haltestellen im Stadtgebiet behindertengerecht umgestaltet.

Nach dem Bericht der Mönchengladbacher Verwaltung ist derzeit der Umbau von 15 weiteren Haltestellen im Stadtgebiet in Planung. Die Haltepunkte werden dabei mit sogenannten Buskapsteinen ausgerüstet. Die sind 16 Zentimeter hoch und sollen einen ebenerdigen Einstieg in den Bus ermöglichen. Zudem werden an den betreffenden Straßenbereichen Noppenplatten als taktile Leitelemente verlegt. Sie sollen Fahrgästen mit Sehbehinderungen beim Auffinden der Haltestelle und des jeweiligen Einstiegsbereichs unterstützen. Falls nötig, wird außerdem der Bordstein an die Schleppkurven der Busse baulich angepasst, damit zwischen Kante und Buseinstieg ein Abstand von höchstens fünf Zentimeter entsteht.

Dass diese Maßnahmen bei mehr als der Hälfte von Mönchengladbachs Bushaltestellen bislang noch nicht umgesetzt wurden, hat nach Aussage der Stadt verschiedene Gründe. So stehe aktuell nicht ausreichend Personal zur hausinternen Planung bei der Fachabteilung zur Verfügung. „Weiterhin nehmen Korrekturen an den Plänen je nach Auslastung der Büros mehrere Wochen Zeit in Anspruch“, teilt die Stadtverwaltung in ihrem Bericht mit. Zudem könne die politische Beratung über den Umbau von Haltestellen länger dauern, wenn umfangreichere Auswertungen wie Fahrgasterhebungen erforderlich sind.

Baufirmen sind aktuell
stark ausgelastet

Nach erfolgter politischer Beratung können jährlich bis Ende April die entsprechenden Förderanträge für den Umbau der Haltepunkte gestellt werden. Im Mönchengladbacher Haushalt sind dafür rund 1,3 Millionen Euro vorgesehen. Durchschnittlich rund 90 Prozent der Kosten werden dabei nach Angaben der Stadt beispielsweise vom Land NRW gefördert.

Sind die Gelder bewilligt und die Ausführungsplanung erstellt, schreibt die Stadt das Bauprojekt aus. Weil die Baufirmen jedoch „stark ausgelastet sind“, seien zuletzt zu einzelnen Ausschreibungen „keine, nur wenige oder sehr kostenintensive Angebote“ bei der Verwaltung eingegangen. Letztere hätten die kalkulierten und beim Fördergeber angemeldeten Mittel dabei stark überschritten, heißt es in dem Bericht.

(cwe)