Mönchengladbach: Wieder Brückenwerfer auf der A 61

Polizei sucht Zeugen : Wieder fliegen Steine auf die A 61

Unbekannte haben einen schweren Gegenstand auf ein fahrendes Auto geworfen.

Wer erwischt wird, muss mit einer hohen Strafe rechnen, und die Polizei warnt eindrücklich: „Einen Stein auf ein fahrendes Auto zu werfen, ist kein böser Jungen-Streich. Denn dabei können Menschen getötet werden.“ Das hätte auch am 5. April geschehen können. Da flog nämlich wieder einmal ein schwerer Gegenstand von einer Brücke auf ein Fahrzeug – zum zweiten Mal innerhalb von nur fünf Tagen. Eine Horrorvorstellung für alle Auto- und Lkw-Fahrer. Die Polizei bittet deshalb nochmals um Hinweise aus der Bevölkerung.

Am 5. April waren Beamte des Verkehrsdienstes, die sich in einem Einsatz auf dem Stationsweg befanden, gegen 21 Uhr von Zeugen angesprochen worden. Diese berichteten, dass sie auf der A 61 von Mönchengladbach in Richtung Nordpark unterwegs waren, als ihr Wagen plötzlich in der Höhe der Brücke Stationsweg von einem schweren Gegenstand getroffen worden sei. Sie hörten einen lauten Knall und erschraken sich sehr. In der Frontscheibe war ein kreisrundes Loch.

Der Gegenstand, vermutlich ein Stein, hatte das Sicherheitsglas aber zum Glück nicht komplett durchschlagen. Durch den Schreck sei das Lenkrad verzogen worden und der Wagen ins Schlingern geraten. Nur weil sich keine weiteren Fahrzeuge in der Nähe befanden, sei es glücklicherweise nicht zu einem Unfall gekommen.

Bereits am 1. April hatte es einen ähnlichen Vorfall im Stadtgebiet Mönchengladbach gegeben: Auch der 57-jährige Fahrer eines Kleintransporters hatte Glück im Unglück. Er war von der A 61 auf die A 52 in Richtung Roermond aufgefahren. Gegen 18.25 Uhr sah er auf der Autobahnbrücke „Tomphecke“ Jugendliche stehen.

Er konnte beobachten, wie jemand aus der Gruppe heraus einen Gegenstand in die Luft warf. Kurz danach hörte er einen lauten Knall, als etwas gegen seine Windschutzscheibe flog. Der Fahrer erschrak dermaßen, dass er mehrfach das Lenkrad verriss, ebenso der Lkw-Fahrer hinter ihm. Wie durch ein Wunder kam es zu keinem Unfall.

Wie ernst die Polizei die „Brückenwerfer“-Fälle nimmt, zeigt auch der Steinwurf am 26. Mai vergangenen Jahres von der Autobahnbrücke Willich-„Beckershöfe“. Damals ermittelte sogar eine Mordkommission.

Zeugenaufruf nach Brückenwurf brachte bisher keine Hinweise

Ein schwerer Gegenstand hatte die Windschutzscheibe eines Wagens mit vier Insassen getroffen, der von einem 21-jährigen Mönchengladbacher gelenkt worden war. Die Staatsanwaltschaft Krefeld hatte das Geschehen seinerzeit als versuchtes Tötungsdelikt in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr gewertet. Der Wagen war zur Spurensicherung sichergestellt worden und ein Polizeihubschrauber wurde zur Tatortfotografie eingesetzt. Es wurde sogar eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro von der Staatsanwaltschaft ausgesetzt. Tatsächlich war wenig später dann auch ein mutmaßlicher Täter ermittelt worden. Der Verdacht gegen ihn konnte allerdings nicht erhärtet werden.

Auch der Zeugenaufruf nach dem Brückenwurf am 1. April hat bis jetzt noch keine verwertbaren Hinweise gebracht. Deshalb nun die erneute Bitte der Polizei, verdächtige Beobachtungen zu den beiden jüngsten Fällen zu melden.

Entsprechende Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sind bereits eingeleitet worden. Sachdienliche Hinweise zu Personen im Bereich der Brücken Stationsweg und Tomphecke zu den tatrelevanten Zeitpunkten nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02161/290 jederzeit entgegen.

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