Nach Brand in Mönchengladbach Schorch-Ruine: Verdacht auf Asbestfasern

Bonnenbroich. · In der ausgebrannten Kantine, die abgerissen wird, war Asbest verbaut. Fasern davon wehten womöglich ins Umfeld.

 Wochenlang ruhten die Arbeiten in Bonnenbroich, seit Donnerstag wird weiter abgerissen.

Wochenlang ruhten die Arbeiten in Bonnenbroich, seit Donnerstag wird weiter abgerissen.

Foto: Gabi Peters

Am 12. März hat ein verheerendes Feuer die Kantine des Maschinenbauers Schorch zerstört. Das Gebäude war danach einsturzgefährdet und musste zumindest in Teilen abgerissen werden. Dies geschah auch, doch plötzlich stoppten die Arbeiten. Und die Pause dauerte wochenlang.

„Zu lange“, wie Detlef Poullie findet. Der Gas- und Wasserinstallateurmeister, Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister sowie Energieberater kennt sich aus: „Man konnte deutlich zerbröselte Eternitplatten auf der Ruine erkennen“, sagt er. Das heißt: „Da werden gefährliche Asbestfasern freigesetzt.“

Der Mönchengladbacher, der auch Dozent an der Handwerkskammer Düsseldorf ist, warnte: „Das Wetter war trocken, und es war windig. Da ist bestimmt einiges auf die Straße geweht.“ Seiner Meinung nach hätte die Baustelle besser abgesichert werden müssen, das hätte die Stadt anmahnen müssen. Poullie: „Eine Plane über den Platten hätte vielleicht schon ausgereicht.“

Die Abrissarbeiten wurden
am Donnerstag fortgesetzt

Eine Nachfrage bei der Stadt ergab: Nicht sie sei zuständig, sondern die Bezirksregierung. Die habe schließlich ein Abrisskonzept gefordert. Das stimmt. Und das Konzept, in dem aufgelistet wurde, wann wie und womit die Arbeiten erfolgen, sei auch ordnungsgemäß eingereicht worden, heißt es aus Düsseldorf. Die Überwachung der ordnungsgemäßen Entsorgung des beim Abriss anfallenden Asbests sei aber Sache der Unteren Umweltbehörde. Und die liege bei der Stadt Mönchengladbach. Und die sei auch dafür verantwortlich, dass keine Asbestfasern freigesetzt werden und im Umfeld der Baustelle herum fliegen.

Doch die Stadt winkte bei einer erneuten Anfrage wieder ab: Nicht ihre eigene Umweltbehörde sei zuständig, sondern die Untere Abfallwirtschaftsbehörde bei der Mags. Die Stadttochter Mags reagierte nun immerhin sofort und schickte umgehend Mitarbeiter zur Baustelle. Ergebnis: „Es könnte sich tatsächlich auf der Ruine Material befinden, das in geringen Mengen Asbest enthält.“ Die Mags habe die Abrissarbeiten begleitet. Alles sei ordnungsgemäß gewesen. Auch als die Arbeiten stoppten, habe es nichts Auffälliges gegeben. Was in der Zwischenzeit passiert sei, wisse man nicht. Vielleicht hätte der Sturm etwas heruntergerissen.

Bemerkenswert: Einen Tag nach der Anfrage wurden die Abrissarbeiten an der Breiten Straße am Donnerstag fortgesetzt. „Wir werden auch diese Arbeiten wieder begleiten und auf eine fachgerechte Entsorgung möglicher Altlasten achten“, sagt Mags-Sprecherin Anne Peters-Dresen. Neben den möglicherweise asbestbelasteten Eternitplatten befinde sich unter dem zu entsorgenden Material auch sogenanntes A4-Holz. Das ist mit schadstoffhaltigen Holzschutzmitteln behandelt worden und muss ebenfalls gesondert entsorgt werden.

Wie lange die Abrissarbeiten an der alten Schorch-Kantine dauern, stehe noch nicht genau fest. Ein paar Tage würden sie aber bestimmt in Anspruch nehmen, so die Mags.

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