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Mönchengladbach: Was bei der Hitze geht und was nicht

Hitze in Mönchengladbach : Schattenplätze sind derzeit begehrt

Ein Freibad geschlossen, das andere voll, Grillplätze gesperrt – am Wochenende ist wohl nur der Wald ein cooles Plätzchen im Freien: Draußen nur Tännchen.

Sein Name ist Hitze. Franz Hitze. Und er hat sogar eine eigene Straße in dieser Stadt. Genauer gesagt in Windberg. Da zweigt die Franz-Hitze-Straße von der Kärntner ab und versickert nach zwei Querstraßen zwischen Feldern und Wiesen in Richtung Autobahn. Ganz so leicht wird der Rest der Stadt in den kommenden Tagen nicht davonkommen. Eine ganze Hitze-Periode bricht an, mit 35 Grad wie nix – und dem allseitigen Bedürfnis, das einigermaßen schweißfrei zu überstehen. Im Folgenden ein paar wohltemperierte Anmerkungen zur Lage.

Freibadfrust

Als würde die Pandemie nicht schon genug Spaß verderben: Ausgerechnet jetzt haben die Filteranlagen des Freibads in Wickrath Risse, hat die NEW den Außenbereich des Schlossbads Niederrhein geschlossen. Hallenbad und auch der Wildwasserkanal sind noch in Betrieb, aber Freibadbecken und die 18 000 Quadratmeter große Liegewiese sind gesperrt. Das reduziert die Zahl der Besucher, die in vier Zeitfenstern zwischen 10 und 21 Uhr das Bad gleichzeitig nutzen können, auf 65 Personen pro Schicht. Nach Angaben der NEW werden die Reparaturarbeiten Monate dauern, so dass in Wickrath die Freibadsaison 2020 schon gelaufen ist. Immerhin: Das Volksbad hat noch geöffnet, mit den zwei Zeitfenstern 10 bis 14 Uhr und 15 bis 18 Uhr. Jeweils 800 Besucher finden Einlass. Tickets kann man im Internet und im NEW-Kundencentern am Europaplatz und am Marienplatz erwerben. Im Internet wird angezeigt, ob noch Karten verfügbar sind. Für Samstag und Sonntag war am Freitag im Volksbad schon alles ausgebucht, für Sonntag ging nur im Wickrather Hallenbad noch was. Wer in den Kundencentern kauft, muss vier Tage Vorlauf zum Termin einplanen.

Freischwimmer-Fahndung

Wer meint, das Schwimmen in ein Naturgewässer wie im Vorster Busch verlagern zu können, sei gewarnt: Das ist ein Naturschutzgebiet, und dort ist baden strikt verboten. Das hat sich bis zum Kommunalen Ordnungsdienst herumgesprochen. Darum kontrolliert er dort öfter. „Je nach Schwere des Vergehens liegt das Bußgeld bei 50 Euro oder mehr, im Wiederholungsfalle bei mindestens 120 Euro“, sagt die Stadt.

Brunnen-Brause

Anita Ekberg ist in „Dolce Vita“ mit einem Bad im Trevi-Brunnen unsterbliche Film-Ikone geworden. Die Älteren unter uns erinnern sich lebhaft. Geplanscht wird auch in Mönchengladbachs öffentlich sprudelndem Nass gerne mal. Wenn Mitarbeiter der Mags das sehen, müssen Planscher freilich damit rechnen, angesprochen zu werden: Denn eigentlich sind die Brunnen keine Schwimmbäder, das plätschernde Nass ist nicht zum Trinken geeignet, und auf nassen Füßen kann man leicht ausrutschen, stürzen und sich verletzen.

Waldeslust

Wenn Sissi mit ihrem Herzens-Kaiser Franz im tiefen Forst wandelt und anbandelt, wird’s ihr und Millionen Kino- und TV-Zuschauern zwar warm ums Herz. Aber prinzipiell ist ein Spaziergang im Schatten von Baumwipfeln eher erfrischend – und beispielsweise im Hardter Wald auch prima zu bewerkstelligen. Ganz so schicklich-schüchtern wie Sissi und Franz muss man dabei nicht unterwegs sein. Doch benehmen wie die Axt im Walde ist auch nicht drin. Die vom Deutschen Wetterdienst veröffentlichte Landkarte der Waldbrandgefahr für die Mönchengladbacher Region aus wie ein flächendeckender Sonnenbrand: leuchtend rot – die Gefahr ist hoch, dass es zu einem Waldbrand kommt.

Was daher dringend zu beachten ist: Rauchen ist im Forst bis Ende Oktober zwar ohnehin verboten, in diesen trockenen Tagen wäre es jedoch extremer Leichtsinn. Auch bei einer Autofahrt durch oder entlang eines Waldes gilt: Keine Kippe oder Aschereste aus dem Fenster schnippen!

Weiter im Forst-Knigge der fürs Grün zuständigen Stadt-Tochter Mags zu findem: „Keine Glasabfälle liegen lassen, sie könnten bei Sonnenbestrahlung als Brennglas wirken! Nicht mit dem Fahrzeug über entzündlichem Untergrund wie trockenem Rasen oder Laub parken! Der Katalysator eines Kraftfahrzeugs erhitzt sich stark und kann einen Brand auslösen!“ Das sollten Autofahrer wissen.

Grillgut

Weil die Lage im Freien brenzlig ist, hat die Mags die öffentlichen Grillplätze im Rheydter Stadtwald und in den Freizeitanlagen in Dahl und Rheindahlen gesperrt. Die Grill-Scouts der Mags sind Corona-bedingt nicht im Einsatz. Es ist daher Sache des Kommunalen Ordnungsdienstes darüber zu wachen, dass das Verbot eingehalten wird. Und der sei auch am Wochenende unterwegs.