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Mönchengladbach: Unbekannte Schläger  prügeln in Wickrath auf Aachen-Fans ein

Zwei Personen wurden am Samstagabend verletzt : Schlägerei in Wickrath: Unbekannte verprügeln Aachen-Fans

40 bis 50 Vermummte stürmten am Samstagabend eine Regionalbahn im Bahnhof. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

Eine Massenschlägerei unter Fußballfans endete im Bahnhof Wickrath am Samstagabend mit zwei Leichtverletzten. 40 bis 50 Vermummte warteten nach Angaben der Polizei um 20.30 Uhr auf die Regionalbahn 33, in der Anhänger von Alemannia Aachen saßen. Sie waren auf der Rückfahrt vom Regionalligaspiel der Alemania bei Fortuna Düsseldorf II (3:2). Als der Zug hielt, stürmten die schwarz gekleideten Unbekannten den Zug. Bei der anschließenden Prügelei wurde ein Unbeteiligter leicht verletzt, ein Alemannia-Fan musste nach einem Sturz in das Gleisbett mit leichten Verletzungen in eine Klinik eingeliefert werden, konnte sie aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Eine Scheibe im Zug wurde zerstört.

Nachdem sich die fast 100 Personen eine heftige Auseinandersetzung geliefert hatten, verließen die Angreifer den Zug und flüchteten nach Polizeiangaben unerkannt mit Autos in unbekannte Richtung.

Der Vorfall erinnert an den 25. August. Damals war es auf einem Parkplatz am Gathersweg in Neuwerk zu einer Massenschlägerei zwischen Borussia-Fans, die vom Auswärtsspiel aus Mainz zurückkamen, und Kölner Anhängern gekommen. Nach Polizeierkenntnissen hatten damals Kölner Fans mit ihren Autos gegen 22 Uhr einem Bus mit Gladbacher Fans aufgelauert. Es entwickelte sich wie im aktuellen Fall eine wüste Keilerei. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Kölner Fans.

Die Überfälle auf den Zug und den Bus vor einigen Monaten reihen sich ein in die zum Teil brutalen Zusammentreffen von Fußball-Fans. „Wir beobachten die Szene genau. Immer wieder kommt es zu solchen Aktionen“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Röthgens. Im aktuellen Fall in Wickrath hätten die Täter dem Zug mit Aachen-Fans offenbar aufgelauert. Ob es im August ein Überfall oder eine „Verabredung“ war, konnte nie ganz geklärt werden. „Es gibt auch die so genannte Drittortschlägerei“, sagt Röthgens. Hooligans von Fußballvereinen verabreden sich dabei zu Schlägereien. Ist die Polizei vor Ort, flüchten die Beteiligten oft sehr schnell.

Doch auch bei zufälligen Aufeinandertreffen kann es schnell zur einer Auseinandersetzung kommen. Ende September attackierten Borussia-Fans einen 23-Jährigen, von dem sie sich fotografiert fühlten. Ein Missverständnis, denn der Mann dokumentierte nur seine Tätigkeit mit einem Werbefahrzeug. Die Gruppe schlug auf ihn ein. Als er flüchtete, verfolgten sie ihn mit Autos und entleerten einen Feuerlöscher in seinem Fahrzeug, als er an einer roten Ampel halten musste.

Im Fall am Samstag in Wickrath waren die Täter mit mehreren Fahrzeugen angereist und müssen sich einige Zeit vor dem Vorfall im Bereich des Bahnhofs aufgehalten haben, ermittelten die Beamten. Die Polizei bittet deshalb Zeugen, sich unter Telefon 02161/290 zu melden.