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Mönchengladbach: Tote und verölte Vögel nach Dieselunfall in der Niers

Niers in Mönchengladbach : Tierschützer finden tote und verölte Vögel

Nach dem Dieselunfall sind fünf Vögel verendet, 15 wurden zum Reinigen gebracht.

Die Diesel-Belastung in der Niers nach einem Lkw-Unfall hat erste Auswirkungen auf die Natur. Bei einer gemeinsamen Such- und Fangaktion des Tiernotrufs Düsseldorf und dem städtischen Fachbereich Umwelt seien am Dienstag fünf verendete Wasservögel gefunden und 15 weitere eingefangen worden, die im Kreis Borken gereinigt werden. Das teilte Stadtsprecher Dirk Rütten mit. Der Verein Tiernotruf hatte am Mittag eine Schätzung veröffentlicht, wonach 50 bis 100 Tiere betroffen sein könnten.

Am Sonntag hatte die Feuerwehr bei ihrem Einsatz noch keine Hinweise auf verendete Wasservögel. Auch der Niersverband, der mit Streckenkontrollen unterwegs war, habe bis Dienstag keine Schäden dieses Ausmaßes festgestellt, sagte Wilfried Manheller, Leiter Abteilung Gewässer und Labor beim Niersverband. Er bekräftigte: „Wir erwarten keine so große Belastung für die Wasserwelt und die Gewässerbiologie. Wir sind darüber nicht erfreut, aber Unfälle passieren leider.“

Der Feuerwehr macht der Tiernotruf keinen Vorwurf

Wie die Stadt mitteilte, laufen die Maßnahmen von Feuerwehr und Fachbereich Umwelt in Absprache mit der Tierschutzbehörde, der Bezirksregierung und dem Landesumweltamt weiter. Unter anderem ist das Absatzbecken, das am Ende des Kanals verhindert, dass Schlamm in die Niers gelangt, ausgekoffert worden.

Seitdem ein Lkw am Samstag auf der A 61 Diesel verloren hat, ist die Feuerwehr damit beschäftigt, Ölsperren im Verlauf der Niers zu installieren. Montagmorgen bemerkten Bürger, dass sich viele Vögel merkwürdig verhielten und alarmierten den Tiernotruf Düsseldorf. Bis Dienstagnachmittag fanden die Ehrenamtler auf dem Kreuzweiher an der Straßburger Allee, dem Weiher der ehemaligen Güdderather Mühle sowie der dazwischen verlaufenden Niers viele verölte Wasservögel.

Im Gegensatz zu schwerölkontaminierten Vögeln, deren Notlage offensichtlich ist, ist die Durchsetzung des Gefieders mit leichteren Ölen wie Diesel nicht auf Anhieb auszumachen. „Vögel fetten ihr Gefieder mit Fett aus der Bürzeldrüse ein. Der Diesel verhindert die Wirkung dieses Fettes. Die Tiere werden nass und unterkühlen. Durch das Reinigen des Gefieders können sie auch den Diesel aufnehmen und daran verenden“, erklärt Bröckling. Wie lange die Rettung in Odenkirchen noch andauert, konnte er am Dienstag noch nicht abschätzen.

Der Feuerwehr macht der Tiernotruf keinen Vorwurf. „Man hat sicher alles getan, was möglich ist, aber man hätte früher Experten hinzurufen müssen. Die Einsatzkräfte sind nicht darin geschult, lebensbedrohliche Gefiederschäden zu erkennen“, sagte Bröckling. „Für mich ist die aktuelle Lage eine mittelschwere Katastrophe.“ Die geretteten Tiere wurden zu einer Spezialistin gebracht, die auch schon bei schweren Tankschiffunglücken im Einsatz war und sich mit der Reinigung von Gefieder auskennt.