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Mönchengladbach: Theaterpark wird für 1,9 Millionen Euro umgebaut

Spielplätze und mehr in Rheydt : Stadt macht den Theaterpark schöner

Das Gelände um das Theater in Rheydt soll zur Naherholungszone werden. Kosten: rund 1,9 Millionen Euro. 27 Bäume werden gepflanzt, aber auch elf gefällt.

Den Plan gibt es schon länger, doch nun hat die Stadt nach mehreren Änderungen einen Fahrplan für seine Verwirklichung: Der Park am Theater in Rheydt soll umgestaltet und aufgehübscht werden, auf dass er eine häufiger genutzte Naherholungszone werde. Mit Ideen dafür ist die Verwaltung schon zweimal in eine Bürgerbeteiligung gegangen und hat dabei Kritik und Anregungen bekommen. Nun lag der Bezirksvertretung Süd eine erneut überarbeitete Fassung vor, die das Wohlgefallen der Politiker fand. Das Projekt wird etwa 450 000 Euro teurer ausfallen als geplant, im Oktober oder November möchte die Stadt mit den Bauarbeiten beginnen. Im Frühjahr 2021 soll der Park fertig sein. 27 Bäume sollen neu gepflanzt werden. Um alle neuen Gestaltungselemente einbringen zu können und um dunkle, nicht einsehbarer Ecken zu vermeiden, soll es nicht nur eine komplett neue Beleuchtung geben. Es sollen auch elf Bäume gefällt werden. Fünf davon sind bislang durch die Baumschutzsatzung geschützt. Wir erklären, was geplant ist.

Zugang vom Stadtkassenportal

Der Parkplatz, an dessen Rand das ehemalige Stadtkassenportal steht, wird Grünfläche. Ein Weg führt darüber zum Theatereingang.

Vorplatz

Die neue Wegeführung mündet in den Vorplatz des Gebäudes. Eine Rampe sorgt für einen barrierefreien Übergang vom Platz auf den Fußweg. Im Bereich der Theaterzufahrt werden drei Behinderten-Parkplätze geschaffen. Der Theatervorplatz selbst bleibt weitgehend erhalten, eine Stolperkante vor dem Eingang wird aber beseitigt.

Gastronomie

Von einer Richtung Süden ausgerichteten, gepflasterten Außenfläche für die Gastronomie soll ein Kinderspielplatz im Zentrum des Parks beobachtet werden können. Bei Bedarf können weitere Tische und Bänke auf dem Rasen aufgestellt
werden.

Spielplatz für Kinder

Die jüngsten Besucher des Parks können sich in dessen Mitte auf einem Spielplatz mit Wasserspiel, Rutsche, Trampolin, Klettergerüst und Schaukel vergnügen. Dafür werden die Brunnenbecken und die Steine aus der Klinkerfläche entfernt. Die bestehenden Rasenstufen sollen in die neue Gestaltung einbezogen werden. Außer einem Spielplatz werden im ganzen Park verstreut noch „Spielinseln“ beispielsweise mit Balancierstangen, Baumstämmen oder Findlingen zum Klettern eingestreut.

Spielplatz für Jugendliche

Weil es laut Stadt-Analyse in der Rheydter Innenstadt wenige Treffpunkte gibt, die ältere Kinder und Jugendliche ansprechen, soll ihnen nun im Park ein solcher Raum geboten werden – mit Turnreckkreisel und Parcours-Elementen. „Die Trennung vom Kinderspielbereich und eine etwas abgeschiedene, aber dennoch gut einsehbare Positionierung der Jugendspielbereiche sollen Konflikten vorbeugen und dennoch ausreichend soziale Kontrolle ermöglichen“, so die Stadt.

Spielplatz für Erwachsene

Im südwestlichen Bereich des Parks will die Stadt eine Bouleanlage einrichten.

Platz für Hunde

Nördlich des Spielbereichs für Jugendliche ist eine eingezäunte Hundewiese geplant.

Fällungen und Pflanzungen

Um all diese Pläne umsetzen und die Sicherheit im Park zu gewährleisten, ist es nach Ansicht der Planer unumgänglich, elf Bäume zu fällen: acht Eiben und drei Laubbäume. Die Eiben sollen weg, weil sie „die Möglichkeit zur sozialen Kontrolle im Park massiv“ einschränken, argumentiert die Stadt. „Lediglich eine Aufastung durchzuführen, wurde als Alternative geprüft, würde die Zielerreichung aber nicht im gleichem Maß gewährleisten.“ Die Eiben seien sehr groß und überwiegend mehrstämmig. Das führe dazu, sagt die Stadt, dass sich in den Bäumen kleine „Nischen“ bildeten. Diese würden für den Alkohol- und Drogenkonsum, zur Verrichtung der Notdurft oder als Müllablagefläche missbraucht. „Darauf haben Anwohner in den Beteiligungsveranstaltungen mehrfach hingewiesen“, so die Stadt. Die Laubbäume sollen weichen, damit die Wegeführung am Boulefeld und der Zaun der Hundewiese möglich werden. Fünf Bäume unterliegen der Baumschutzsatzung. Daher müsse die Stadt eine Fällgenehmigung beantragen. Zuständig für die Genehmigung sei die Stadttochter Mags. Weiterer Plan: „Zugunsten des Sicherheitsgefühls im Park werden zudem Sträucher und Hecken mit geringerem gestalterischem und ökologischem Wert entfernt.“ Das soll vor allem im südlichen Bereich entlang der Endepohlstraße geschehen.

Da aber 27 neue Bäume – bevorzugt Arten wie Kirsche, Ahorn oder Linde – und Sträucher gepflanzt werden, sei die Grünbilanz unterm Strich positiv, meint die Stadt. In Bereichen, die nicht intensiv genutzt werden, soll Landschaftsrasen gesät werden, der ähnlich einer Wildblumenwiese Blüten treibt.

Kosten

Knapp 1,9 Millionen Euro – etwa 450 000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Etwa 290 000 Euro muss die Stadt aufbringen, der Rest soll aus dem mit Landes- und Bundesmitteln geförderten Programm „Soziale Stadt Rheydt“ bezahlt werden. Damit der Plan aufgeht, müssen die Fördergeber erlauben, dass die 450 000 Euro Mehrkosten mit Mitteln bestritten werden, die für andere Teilprojekte der „Sozialen Stadt Rheydt“ gedacht waren. Gibt es dafür kein grünes Licht, soll bei Beleuchtung und Qualität der Möblierung gespart werden, das ein oder andere Spielelement wegfallen.