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Mönchengladbach: Stadt verstärkt Kontaktsperre-Kontrollen

Corona-Auswirkungen : Die Benediktpreis-Verleihung fällt aus

Die Stadt Mönchengladbach geht weitere Schritte, um auf Corona zu reagieren. Der neue Bußgeldkatalog ist jetzt in Kraft.

Die Stadt hat noch einmal die Mannschaft verstärkt, die kontrolliert, ob die Anweisungen der Kontaktsperre eingehalten werden. Am Dienstag war ein 50-köpfiges Team eingesetzt, zehn Mitarbeiter mehr als am Vortag. Bei der Sanktionierung von Verstößen gegen die Rechtsverordnung wollen sie konsequent vorgehen, teilte die Stadt mit. Jetzt ist dies auch möglich, denn seit Montagabend gibt es einen Straf- und Bußgeldkatalog.

Am Dienstag wurden erste Bußgeldverfahren gegen einen Gewerbebetrieb, der die Auflagen nicht erfüllt hat, eingeleitet. Das Gleiche gilt für mehrere Gruppen, die sich trotz des Kontaktverbots im öffentlichen Raum aufgehalten hatten. Die Mitarbeiter von KOS und Ordnungsamt sind von 9 bis 24 Uhr unterwegs.

Harte Strafen bei
Kontaktverbot-Verstößen

Der Polizei war am Montagabend eine Gruppe von rund 20 Personen gemeldet worden, die sich in der Rheydter Innenstadt getroffen haben sollen. Als die Beamten eintrafen, hatte sich die Ansammlung bereits aufgelöst. Wäre die Gruppe erwischt worden, wäre das für jeden Einzelnen teuer geworden. Denn nach dem neuen „Straf- und Bußgeldkatalog zur Umsetzung des Kontaktverbots“ wird eine öffentliche Ansammlung von mehr als zehn Personen als Straftat gewertet, die mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet wird. Treffen sich mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht in einem Haushalt zusammenleben, sind 200 Euro pro Beteiligten fällig. Wer unerlaubt ein Krankenhaus besucht, muss ebenfalls 200 Euro zahlen. 5000 Euro Geldbuße sind für die unerlaubte Öffnung einer Diskothek angesetzt.

Corona-Statusbericht

Am Dienstag (Stand: 14.30 Uhr) verzeichnete das Gesundheitsamt der Stadt zehn neue positive Nachweise auf das Coronavirus. Insgesamt ist die Zahl auf 119 (Vortag: 109) gestiegen. Aktuell befinden sich 381 Personen (Vortag: 348) in häuslicher Quarantäne. Die Zahl der genesenen Patienten ist auf insgesamt 17 (Vortag: 16) gestiegen.

Bürgertelefon

Sehr gefragt bei den Bürgern ist die Telefon-Hotline (02161/2554321) der Stadt. Zehn Leitungen sind geschaltet, mehr als 500 Anrufe gehen täglich ein. „Es wird pausenlos telefoniert“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen. Auch wenn nur wenige Anrufer in der Warteschleife festgesessen hätten, sei man gerade dabei, die Kapazitäten noch einmal aufzustocken. Dafür müsse jedoch erst die nötige Infrastruktur geschaffen werden.

Verleihung des
Benediktpreises verschoben

Der Verein „Benediktpreis von Mönchengladbach“ hat den für 26. Mai geplanten Festakt zur Verleihung abgesagt. Grund ist die Corona-Pandemie. Die Preisverleihung an den Künstler und Initiator der Stolpersteine, Gunter Demnig, wird im Frühjahr 2021 nachgeholt. Die Laudatio sollte im Mai NRW-Ministerpräsident Armin Laschet halten. Der Benediktpreis von Mönchengladbach wird seit mehr als einem halben Jahrhundert vergeben und ist seit seiner Neuausrichtung 2013 neben dem Aachener Karlspreis und dem „Preis des Westfälischen Friedens“ in Münster der dritte Preis in Nordrhein-Westfalen mit landesweitem Anspruch und überregionaler Bedeutung. Zu den Preisträgern zählten unter anderen Königin Silvia von Schweden, Kabarettist Konrad Beikircher und der frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Andrang bei Wertstoffhöfen

An den Wertstoffhöfen Luisental und Heidgesberg hat die GEM in den vergangenen Tagen ein verstärktes Besucheraufkommen verzeichnet. Um sowohl die Anlieferer als auch die GEM-Mitarbeiter zu schützen, wird die Zufahrt auf die Wertstoffhöfe verändert: Durch das geltende Kontaktverbot sind die Mitarbeiter gezwungen, nur noch eine begrenzte Zahl Anlieferer auf die Sammelstellen fahren zu lassen. Die GEM bittet um Verständnis, dass es dadurch zu längeren Wartezeiten vor und auf den Wertstoffhöfen kommen kann. Wer die Wertstoffhöfe besucht, sollte Abfälle schon im Fahrzeug nach Abfallart sortiert haben, damit sie schnell ausgeladen werden können, rät die GEM. Das verkürze die eigene Aufenthaltsdauer und Wartezeiten für andere.

Borussia-Fans helfen

Die Gladbacher Fan-Initiative Nordkurve Aktiv hat für die Zeit der Coronakrise die Aktion „Wir helfen“ gestartet. „Wir wollen die Menschen in unserer Heimatstadt unterstützen, vor allem die, die den Risikogruppen angehören. Jeder kann sich bei uns melden, sei es, wenn es um Einkäufe geht oder darum, Botengänge oder vieles mehr zu erledigen“, sagt Steven Mähler von Nordkurve aktiv. Dass sich alles an den Vorschriften orientiert und entsprechende Schutzmaßnahmen bei direkten Kontakten gegeben sind, „ist logisch“, sagt Mähler: „Wir sind gut vorbereitet.“ Unter Telefon 01525/9016464 oder per E-Mail kann Montag bis Samstag, 8 bis 18 Uhr, Hilfe angefordert werden. „Unser Motto ist: Zusammen sind wir stärker als jeder Virus“, sagt Mähler.

nordkurveaktiv@gmail.com

Virenfreie Kultur

Die Kulturküche hat angesichts des coronabedingten Ausfalls aller Küchenkulturevents eine virenfreie Wohnzimmeralternative der Küchenkultur ins Leben gerufen. Ab Mittwoch, 25. März, 19 Uhr, gibt es die #stayathome-Sessions. „Uns ist es wichtig, mit positiven News auf die Situation zu reagieren. Wir wollen ein Zeichen setzen, für die Kulturszene und fürs Zuhausebleiben“, sagt die Sprecherin der Kulturküche, Lara Valsamidis. Jeden Mittwoch bis Ende April, ab 19 Uhr, wird die Kulturküche bei Facebook live streamen und alle Interessierten mit den Sessions von lokalen und überregionalen Musikern versorgen. Am Mittwoch kommt die Musik von „Waking Up in Stereo“ zu den Küchenfreunden nach Hause.