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Mönchengladbach: Stadt muss sich mit Arbeiten am Campuspark beeilen

Sonst gehen Fördergelder verloren : Die Zeit drängt beim Campuspark

Für den 4,6 Millionen Euro teuren Umbau des RSV-Stadions gibt es Fördergeld nur für das, was Ende 2020 fertig ist.

Ein großzügiges Grün-Areal mit baumgesäumten Wegen, zwei Kunstrasen-Spielfelder und mittendrin ein Gebäude mit viel Glas in der Fassade und Ausblick auf beide Spielflächen – kein Wunder, dass Harald Weuthen als Chef der Mönchengladbacher Sportverwaltung den geplanten Campuspark nahe der Grenze zwischen Gladbach und Rheydt ein „Highlight“ nennt. Hoch ist auch die Summe, die für dieses Projekt aufgebracht werden muss: 4,6 Millionen Euro kostet es. Die Stadt will dafür das Kommunal-Investitionsförderungsfonds des Bundes anzapfen.

Konkrete Pläne gibt es nun endlich auch für das Vorhaben. Doch die Zeit drängt. Die Stadt möchte noch bis Ende des Jahres mit dem Bau beginnen, damit möglichst keine Mittel des Bundes verloren gehen. Denn die fließen nur für Dinge, die bis zum 31. Dezember 2020 fertig sind. Für Unerledigtes müsste die Stadt dann aus anderen Quellen Geld zusammenkratzen. „Wir müssen Gas geben, das wird sehr sportlich“, weiß Weuthen.

Erste Pläne für den Campuspark stammen aus dem Jahr 2015

Dabei ist die Idee alt. Schon 2015 präsentierte die Stadt einen Plan für einen Sportpark zwischen Rheydt und Gladbach, in der Hoffnung, ihn mit Hilfe von Fördergeldern verwirklichen zu können. Doch das Projekt kam nicht ins anvisierte Programm. Der Plan schlummerte eine Weile in der Schublade – um dann Wiederauferstehung zu feiern: Zwecks Finanzierung sollten für Schulen vorgesehene Mittel aus dem Kommunal-Investitionsförderungsfonds zum Campuspark umgeschichtet werden. Allein: Wegen der großen Arbeitsbelastung der Bau- und Sportverwaltung habe man noch keine Schritte zur Umsetzung unternehmen können, erklärte Dezernent Gert Fischer dem Sportausschuss des Rates im April 2018.

Inzwischen hat sich zumindest in Sachen Planung und bürokratischer Abwicklung etwas getan. „Wir sind im Baugenehmigungsverfahren“, sagt Weuthen. Einen Eindruck, wie die Anlage aussehen soll, präsentierten zwei Planungsbüros in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Süd. Neben zwei Kunstrasenfeldern und einer modernen Flutlichtanlage soll es ein Multifunktionsgebäude geben, unter anderem mit Umkleiden und Vereinsraum auf insgesamt 550 Quadratmetern und viel Grün. Auch wenn zunächst etwa ein Dutzend Bäume weichen müssen, soll der Ersatz dafür noch üppiger ausfallen. Die Anlage steht allen Bürgern offen, sofern sie nicht gerade für den Schul- oder Vereinssport genutzt wird.

Um das Ganze an das Umfeld Hochschule, altes Polizeipräsidium und Monfortsquartier anzudocken, findet sich in den Plänen für den nun anvisierten ersten Bauabschnitt auch eine neue Wegeverbindung. Sie führt vom Jahnplatz hinter der Tribüne des Grenzlandstadions zur Breite Straße und erstreckt sich auch zur Gartenstraße.

Für die nicht nutzbare Skateranlage mit seit zwei Jahren gesperrter Half Pipe am Jahnplatz gibt es auch eine Idee. Weuthen hat mit dem Skater-Verein Rollbrettunion gesprochen. Der soll bis Ende Juni entscheiden, ob er die Anlage pachten und in eigener Regie neu gestalten will. Dafür könnte der Verein gut 200 000 Euro Fördermittel aus einem neuen Programm des Landes Nordrhein-Westfalen bekommen.