Mönchengladbach: Stadt befragt Eltern zum Bedarf an Kita-Plätzen

Bedarfsplanung in Mönchengladbach : Stadt befragt 5000 Familien zum Kitaplatz-Bedarf

22 neue Kitas werden zurzeit gebaut. Das Jugendamt will herausfinden, ob der Bedarf in Mönchengladbach damit gedeckt ist.

In der Stadt läuft eine Kita-Ausbauinitiative. „Wir haben gerade 22 Kräne“, sagt Jugenddezernentin Dörte Schall und meint damit die 22 aktuellen Baustellen für neue Kindergärten. Nach den Berechnungen der Stadt steigt die Versorgungsquote bei Kita-Plätzen bis August 2020 auf 94,9 Prozent für Über-Dreijährige. Bei den U3-Kindern sind es 44,7 Prozent. Aber reicht das? Das will das Jugendamt wissen, bevor die nächste Bedarfsplanung erstellt wird. Deshalb soll es nun eine neue Elternbefragung geben. Zwei gab es bereits in den vergangenen sieben Jahren.

Wie läuft die neue Befragung ab?

5000 Familien in Mönchengladbach, die aus den 12 920 Haushalten mit Kindern im Vorschulalter in einem statistischen Verfahren per Stichprobe ermittelt wurden, erhalten eine Einladung zur Teilnahme an der Befragung. Bis zum 11. Dezember dieses Jahres erhofft sich der Fachbereich zahlreiche Rückmeldungen. Der Aufwand für die Teilnahme an der Befragung, die online erfolgen soll,  sei gering, die Ergebnisse  bedeutsam, sagt die Verwaltung. Die Beantwortung der Fragen dauere acht Minuten und erfolge anonym. Wie versichert wird, werden keine Daten abgefragt, die Rückschlüsse auf die Identität der Familien ermöglichen.

Was will das Jugendamt wissen?

Um relevante Informationen für die Kindergartenbedarfsplanung zu erhalten, ist der Fachbereich auf die Unterstützung der angeschriebenen Familien angewiesen. Sowohl der Betreuungsbedarf insgesamt als auch spezielle Bedarfe in den Randzeiten werden abgefragt und sollen in die zukünftige Planung einfließen. Standardzahlen für die Kita-Planung gibt es nicht.

„Es gibt Städte, da wünschen sich 80 Prozent der Eltern bereits einen Kita-Platz für ihr Kind ab einem Jahr. In anderen liegt der Wert deutlich unter 50 Prozent“, sagt Dörte Schall. Außerdem würden sich Elternwünsche ändern.

Bei der letzten Elternbefragung habe es einen deutlichen Anstieg beim Wunsch nach erweiterten Öffnungszeiten in den Kitas gegeben und eine ebenso deutliche Verschiebung beim Alter. Das heißt: Mehr Eltern wünschten sich einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren.

Warum eine neue Elternbefragung?

Als die Hochschule Niederrhein vor sieben Jahren eine Befragung zu Kita-Plätzen startete, lag die Versorgungsquote bei den Plätzen für Drei- bis Sechsjährige bei 95,7 Prozent, bei den Unter-Dreijährigen bei 37 Prozent. Das Ergebnis der Umfrage: Es werden mehr Kindergartenplätze für die Kleinsten gewünscht:  Bei der Betreuung der Kinder im Alter bis zu drei Jahren brauchte die Stadt eine Versorgungsquote von 41 Prozent.

Aus der Umfrage, die von Pro-Multis, Trägerin der katholischen Kindergärten, und der Stadt im Jahr 2017 gestartet wurde, ging hervor: Bei der U3-Versorgung musste die Stadt noch einmal kräftig nachbessern. Denn von den 3566 Eltern, die die ausgefüllten Fragebögen zurückschickten, wünschten sich auf einmal 49,7 Prozent, also fast die Hälfte, einen Betreuungsplatz für ihre Kinder bis zu drei Jahren. Rund ein Drittel aller Eltern hoffte auf längere Betreuungszeiten in den Kindergärten. Dörte Schall schließt nicht aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Haben Mönchengladbacher Eltern schon auf einen Kita-Platz geklagt?

„Nein“, sagt Dörte Schall. Das liege häufig auch an der Ansprache der Mitarbeiter aus dem Jugendamt. Sie würden mit den Eltern nach Lösungsmöglichkeiten suchen, wenn es mit der Wunsch-Kita nicht geklappt hat. „Viele möchten einen Platz in der Kita ganz nah am Wohnort. Sie sind oft bereit, ein halbes Jahr zu warten. Andere brauchen dringend einen Kita-Platz für ihr Kind. In den Fällen versuchen wir zusammen einen alternativen Betreuungsplatz zu finden“, sagt die Jugenddezernentin. Viele Eltern würden ihren Nachwuchs auch gerne in der Kita anmelden, in dem sie selbst als Kind waren. Und: „Waldkindergärten sind gerade sehr begehrt“, sagt Dörte Schall.